Hockenheim

Lebenshilfe Betreutes Wohnen in der Oberen Hauptstraße feiert sein zehnjähriges Bestehen / In der Nachbarschaft gut aufgenommen / Jubiläum zum Danke sagen genutzt

Ein schönes Zuhause für seine Bewohner

Archivartikel

„Es ist normal, verschieden zu sein“, ist ein Satz, der leicht dahin gesagt ist, der jedoch täglich neu mit Leben gefüllt sein will. Ein Anspruch, dem sich die Lebenshilfe Schwetzingen/ Hockenheim seit ihrer Gründung vor über 50 Jahren verschrieben hat. Gelebt wird der Gedanke an vielen Stellen, wo die Lebenshilfe tätig ist, ein Zuhause im wahrsten Sinn des Wortes hat er seit einem Jahrzehnt im eigenen Wohnhaus in der Oberen Hauptstraße der Rennstadt.

„Es ist ein normales Haus“ – , darüber freut sich Petra Surma, bei der Lebenshilfe für die Leitung des Geschäftsbereichs Wohnen zuständig, besonders. Ein Wohnhaus eben. Wenn es dem Betrachter ins Auge fällt, dann höchstens wegen seiner schön geschwungenen Balkone, die ihm ein fast mediterranes Aussehen verleihen. Und ja, es ist ein normales Wohnhaus, in dem Menschen leben. Menschen mit einem erhöhten Betreuungsbedarf, aber ansonsten vergleichbar mit jedem Mieter in anderen Häusern in Hockenheim.

Vor zehn Jahren zogen die ersten Bewohner in das Haus ein – gestartet wurde mit 24 Wohnplätzen – und für 15 Menschen ist das Haus seitdem die feste Adresse. Das zeigt, Fluktuation gibt es wie in jedem Haus und das Gros bleibt wie überall gerne in seinen vier Wänden, wenn es sich in ihnen eingelebt hat.

Steine aus dem Weg geräumt

Zehn Jahre Planung waren dem Neubau vorangegangen, erinnert sich Heiko Birth vom Aufsichtsrat der Lebenshilfe an eine lange und schwierige Phase, die bei der Einweihung des Gebäudes durch Oberbürgermeister Dieter Gummer mit einem Bonmot auf den Punkt gebracht wurde: „Man hat uns viele Steine in den Weg gelegt, wir haben sie als Treppe benutzt.“

Doch bei der Lebenshilfe ist man es gewohnt, Neuland zu betreten. Von Schwetzingen aus hat der Verein ein Netz der Hilfe über die Region gezogen, beispielsweise mit Kindergärten in Schwetzingen, Oftersheim und Hockenheim, mit Kleinwohn- und Außengruppen und mit seinem Angebot der Offenen Hilfen.

Als die Planung angestoßen wurden, hatte die Lebenshilfe schon ein Wohnhaus in Schwetzingen, allerdings mit 40 Plätzen und einem anderen, aus der damaligen Zeit resultierenden Konzept. In Hockenheim wurde bewusst eine kleine Einheit gewählt, ganz nach der Maxime: „Jedem die Hilfe, die er braucht, und jedem so viel Selbstständigkeit, wie möglich.“

Weshalb sich Petra Surma und Anna Stähle, die Leiterin des Hauses, auch als Dienstleister sehen. Die Bewohner sind ihre Auftraggeber und ihr Job ist es, ihnen die Hilfe zu geben, die sie brauchen, dabei zu helfen, so zu leben wie sie wollen. Ein Konzept, das in der Stadt angenommen wird, freut sich Birth. Sie berichtet von Spaziergängen, bei denen die Bewohner freundlich gegrüßt werden, so auch beim täglichen Einkauf – „man kennt und akzeptiert sich“, freut er sich über die gelungene Integration, die ihren Ausdruck auch in zahlreichen kommunalen Freizeitangeboten findet, die Bewohner rege nutzen.

Den Bewohnern ein Zuhause sein, dieser Anspruch wurde nun auch bei der kleinen Feier zum zehnjährigen Bestehen in die Tat umgesetzt. Es war kein Festakt geplant, sondern eine gemütliche Feier der Bewohner mit ihren Familien und engsten Freunden.

Engagierten Menschen gedankt

Dennoch, die Leitung des Hauses nutzte das Fest, um einigen Menschen Danke zu sagen. Vom Bewohnerbeirat waren dies Stephanie Daugalies, Thomas Schmidt und Katharina Zink sowie vom Angehörigen- und Betreuerbeirat Christa Zink und Rosemarie Strobel. Besonders gedankt wurde auch Ursula Bäuerlein, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert und mit den Ausflügen, Besuchen und Aktionen den Alltag der Bewohner bereichert.

In den Dank eingeschlossen wurden alle Mitarbeiter, die von Anfang an dabei sind und die nun im Wohnhaus ihr zehnjähriges Dienstjubiläum feiern konnten. Grund genug, mit einem Glas Sekt auf die vergangenen zehn Jahre anzustoßen und mit einem großen Kuchenbuffet das Jubiläum zu feiern.

Und so, wie das Haus bei seinen Bewohnern und in der Nachbarschaft ankommt, wird es nicht das letzte markante Datum gewesen sein, das es zu feiern gilt.

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