Hockenheim

Sommerferien Ortsverband der Grünen fährt zur Feldbahn in Wiesloch / Historisches Gerät und Werkstätten faszinieren die Besucher

Eisenbahnromantik auf schmaler Spur

„Draisine fahren, es gibt nichts Schöneres“, jedenfalls für Niklas. Begeistert trat er in die Pedale, Ivo und Colin kamen kaum hinterher. „Eisenbahnromatik auf schmaler Spur“ war auch dieses Jahr das Motto der Hockenheimer Grünen bei ihrem Kinderferienprogrammpunkt auf dem weitläufigen Gelände der Feldbahn in Wiesloch, heißt es in einer Pressemitteilung.

17 Kinderferienprogrammteilnehmer nutzten das vielfältige Angebot und erlebten einen ereignisreichen Ferientag. Per Bus wurde gegen 10 Uhr das Tagesziel, die Feldbahn auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei in Wiesloch gelegen, erreicht.

Geruch nach Öl und Rost

Bei einem Rundgang konnten unter fachkundiger Führung des Feldbahnteams historische Feldbahnloks, Feldbahn-Kipploren, Grubenloren und historische Bagger bewundert werden. Besonders der immer noch betriebsbereite Eimerkettenbagger, der letzte seiner Art in Deutschland, weckte die Aufmerksamkeit der interessierten Jungs und Mädchen aus Hockenheim. Nach Öl und Rost roch es im denkmalgeschützten Lokschuppengebäude mit seinen Rauchfängern für Dampflokomotiven, der sich noch im Originalzustand seiner Erbauung aus dem Jahre 1905 befindet. Ältere Werkzeugmaschinen wie Drehbänke ließen erahnen: Hier wurden Maschinenteile geschmiedet und repariert – die Luft schmeckte nach Arbeit. Ein einzigartiges Zeugnis der Industriegeschichte im süddeutschen Raum, wurde stolz berichtet.

Ein skeptischer Blick in den original nachgebauten Schaustollen genügte, um zu erkennen, unter welch schwierigen Bedingungen die Menschen früher ihre Arbeit verrichten mussten. Von Romantik war dort keine Spur. Aber dann ging es los: Die 1962 bei der Lokomotivfabrik Gmeinder in Mosbach/Baden gebaute Lokomotive stand bereit. Ein Hinweisschild „Das Betreten der Bahnanlagen ist verboten“ verwies darauf, dass Sicherheit „großgeschrieben wird“ und diszipliniertes Verhalten angesagt war.

Lokführer steht am Grill

Die Eisenbahnbegeisterten drehten auf der 1,7 Kilometer langen Schmalspurstrecke durch das bewaldete Freigelände ihre Runden. Ein besonderes Highlight war die Mitfahrt von jeweils zwei Kindern auf dem Führerstand der Lok. Carsten Jahn achtete nicht nur auf die Sicherheit der Kinderferienteilnehmer, sondern stellte seine Grillkünste unter Beweis. Die schmackhaften Bratwürste fanden reißenden Absatz. Neben Obst waren erfrischende Getränke bei den heißen Temperaturen besonders begehrt. Manch einer zog sich in eine schattige Ecke zurück und ließ es sich gut gehen oder spielte eine Runde Uno.

Bruno Jahn, bewährter Organisator, war zufrieden, war doch alles so gelaufen, wie er es sich vorgestellt hatte. Auch die weiteren Betreuer Petra Hoffmann, Larissa Rotter, Ralf Raflewski und Adolf Härdle hatten leichtes Spiel mit den ihnen anvertrauten Kindern. Wohlbehalten nahmen Eltern und Angehörige ihre Zöglinge gegen 16 Uhr wieder in Empfang. ah

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