Hockenheim

Stadtverband der Grünen Mit Ferienkindern zu Besuch auf der Feldbahn in Wiesloch / Sammelleidenschaft legte den Grundstein für das Museum

Eisenbahnromantik auf schmaler Spur erlebt

Eifrig wedelte Philipp die rot-weiße Flagge, führte doch die auf 1,8 Kilometer erweiterte Streckenführung der Feldbahn in Wiesloch teilweise über öffentliche Straßen. Gemeinsam mit Betreuer Ralf Rafflewski durften die Eisenbahnbegeisterten aus Hockenheim abwechselnd die Kreuzung für den Verkehr sperren. Eine verantwortungsvolle Aufgabe.

„Eisenbahnromantik auf schmaler Spur“ war auch dieses Jahr das Motto der Hockenheimer Grünen bei ihrem Kinderferienprogrammpunkt auf dem weitläufigen Gelände der Feldbahn in Wiesloch. Bevor die Rundfahrten beginnen konnten, stand noch eine Inspektionsfahrt an. Bewaffnet mit Heckenscheren, Eimern und Greifzangen wurde die Strecke von überhängenden Ästen, Brombeergestrüpp und weggeschmissenen Müll gesäubert.

Die Lok streikt

Endlich war es soweit: Die für die Rundfahrten bereitgestellte Diesellok stand bereit. Dann: keine Reaktion. Der Motor der Diesellok springt nicht an. „Die Batterie ist leer, obwohl sie die ganze Nacht aufgeladen wurde.“, stellte Martin, der zugeteilte Mitarbeiter der Feldbahnfreunde bedauernd fest.

Kein Problem: In einer Gemeinschaftsaktion wurde Hand angelegt und die zweite Diesellok, 1962 bei der Lokomotivfabrik Gmeinder in Mosbach/Baden gebaut, auf die Hauptstrecke geschoben. „Blaue Wölkchen aus dem Auspuff“ verkündeten: Endlich konnte es losgehen.

Ein Hinweisschild „Das Betreten der Bahnanlagen ist verboten“ verwies darauf, dass Sicherheit „großgeschrieben wird“ und diszipliniertes Verhalten angesagt war.

Bei den Rundfahrten durften jeweils zwei Kinder abwechselnd auf dem Führerstand der Lok mitfahren. Ein tolles Erlebnis für die Kinderferienprogrammteilnehmer aus Hockenheim.

Hunger und Durst gestillt

Um die Mittagszeit machte man es sich unter dem neuen, überdachten Picknickplatz gemütlich. Lebhaft wurden erste Erfahrungen ausgetauscht, der Duft der gegrillten Würstchen weckte den Appetit, auch dem von der Betreuerin Petra Hoffmann kredenzten Schafskäse und Gemüse wurde eifrig zugesprochen, der Durst gestillt.

Martin, Mitarbeiter der Feldbahnfreunde Wiesloch, erklärte die Entstehung des Vereins. 2001 hatten sich, so Martin, „ein paar Verrückte zusammengetan und mit geplünderten Ersparnissen angefangen, das zugeschüttete Areal samt Lokschuppen freizulegen“. Die Sammelleidenschaft ist ungebrochen und er zeigte die neueste Errungenschaft. Ob die elektrische Elektrolok jemals zum Fahren kommt, ist fraglich, sind doch für die Anschaffung eines Akkus über 10 000 Euro notwendig.

Im original erhaltenen Lokschuppen beantwortete er geduldig die vielen Fragen der Kinder. Besonderen Spaß bereitete im Freigelände die Drehscheibe, deren Betätigung gar nicht so einfach war. Auch der hergerichtete Stollen beeindruckte die Besucher. Die Fahrrad-Draisine war ein weiteres Highlight, eifrig wurde in die Pedale getreten und Fahrt aufgenommen.

Zeugnis der Industriegeschichte

„Wiesloch ist immer eine Reise wert“, meinte Bruno Jahn und zeigte sich als Organisator zufrieden über den erlebnisreichen Tag auf dem weitläufigen Freigelände der Feldbahn. Auch Christian Keller, das erste Mal dabei, freute sich über das Gemeinschaftserlebnis und die neu gewonnenen Eindrücke über ein einzigartiges Zeugnis der Industriegeschichte.

Der Bus stand bereit und nach einer Busfahrt mit Umleitung natürlich, konnten die Eltern und Angehörige ihre Zöglinge zwar erschöpft, aber wohlbehalten wieder in Empfang nehmen. ah

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