Hockenheim

20 Fragen an 2020 Über Form der Kooperation mit der Emodrom Group entscheiden Gemeinderat und Gesellschafterversammlung

Engere Partnerschaft statt Verkauf

Archivartikel

„Stadt und Ring führen nur Gespräche mit unserem seit 2012 bekannten und verlässlichen Partner, der Emodrom Group. Diese Gespräche sind auf die Intensivierung einer Partnerschaft gerichtet, wobei zwischen den Partnern von einem Verkauf keine Rede ist.“ Mit dieser Aussage beantwortet der städtische Pressesprecher Christian Stalf die Frage aus unserer Jahresauftaktserie „20 Fragen an 2020“.

Stadt, Ring GmbH und Emodrom Group tauschten sich über alle Möglichkeiten der Intensivierung dieser Kooperation aus. Wie die Zusammenarbeit am Ende aussieht, müssten der Gemeinderat und die Gesellschafterversammlung der Ring GmbH bestimmen. Noch sei dazu keine Entscheidung gefallen, heißt es im Antwortschreiben der Stadt auf die Anfrage unserer Zeitung.

Einfluss bestmöglich wahrnehmen

Für die Stadt sei entscheidend, dass Stadt und Gemeinderat als Eigentümer der Ring GmbH ihren Einfluss in Form von Vetorechten und anderen Instrumenten effektiv und bestmöglich wahrnehmen, lautet die Antwort auf die Frage, wie die Emodrom Group für ihre Investitionen ausreichende Sicherheiten erhalten könne, ohne dass die Stadt und ihre Gremien zu viel Einfluss verlieren. Die Betriebswirtschaftslehre kenne zahlreiche Möglichkeiten der Sicherheiten, die sich in Personal- und Realsicherheiten differenzieren lassen. „Ob und welche Sicherheiten die Emodrom Group für ihre Investitionen wählt, können wir aber nicht beantworten“, erklärt Stalf.

Die Hockenheim-Ring GmbH sei ein attraktives Unternehmen. Das bewiesen neben den neu entwickelten Geschäftsfeldern die vielen Eigenveranstaltungen, Konzerte und Business-Bereiche, die den Ring wirtschaftlich tragen. Diese Formate erwirtschaften positive Deckungsbeiträge. Ein weiterer Beleg seien die zahlreichen Besucher auf dem Ring. Daher stelle sich die Frage nicht, wie man der Emodrom Group Investitionen attraktiv machen könne, wenn das nicht über Anteile an der Ring GmbH läuft, heißt es in der Antwort der Stadt weiter.

Oberbürgermeister Marcus Zeitler hatte bei der Bürger-Informationsveranstaltung über die ersten 100 Tage seiner Amtszeit am 12. Dezember betont, dass kein Grundstück an der Rennstrecke verkauft wird. Das hänge mit der besonderen Bedeutung des Hockenheimrings für die Stadt zusammen. „Er hat geschichtlich, emotional und durch seine weltweite Bekanntheit eine besondere Bedeutung für uns. Diese Bedeutung unterstreicht die Stadt dadurch, in dem sie das Eigentum an den Grundstücken behält“, begründet Christian Stalf diese Maxime. Dieses Eigentum ermögliche auch effektive Einflussmöglichkeiten der Stadt auf die Entwicklung des Rings in der Zukunft.

Bei einem Erbpachtvertrag, wie er mit der Emodrom Group für das Porsche Experience Center geschlossen wurde, bleibe das Grundstück im Eigentum der Stadt. Aus dieser starken Rechtsstellung heraus könne die Stadt den Vertrag von Erbpachtnehmern bei vertragswidrigem Verhalten auch vorzeitig kündigen. So werde sichergestellt, dass die Stadt und die Gremien effektiven Einfluss auf ihre Grundstücke haben. Diese Sorge habe die Stadt mit Blick auf die geschlossenen Erbpachtverträge am Hockenheimring ausdrücklich nicht.

„Wir finden unseren eigenen Weg“

Kooperationsmodelle seien nicht verallgemeinerungsfähig, daher könne die Stadt kein Muster einer funktionierenden Kooperation nennen. „Wir finden unseren eigenen Weg für die Kooperation mit der Emodrom Group“, gibt sie sich überzeugt. Klar sei, dass sie keine unbekannten Investoren oder andere Dritte am Hockenheimring möchte. Die Intensivierung der Kooperation mit der Emodrom Group habe zum Ziel, den hohen Investitionsbedarf mit neuen liquiden Mitteln zu decken und den Ring dadurch finanziell sicher für die Zukunft zu machen. Das sei aus betriebswirtschaftlichen Gründen sinnvoller als die Alternative, nicht zu kooperieren.

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