Hockenheim

Im Interview Musikschul-Dozent Jens Kreft über die Band Echtzeit und das zehnte Newcomerfestival „Bands on Fire“ / Mit New Project und Free2Play im Pumpwerk

„Es geht auch ums Know-how der Bandarbeit“

Jungen Menschen wird zuweilen ein Mangel an Ausdauer oder Durchhaltevermögen nachgesagt. Jens Kreft kann da spontan ein Gegenbeispiel nennen. Die Band Echtzeit, die er als Dozent an der Musikschule Hockenheim betreut, gibt es seit fast eineinhalb Jahrzehnten, und das Minifestival „Bands on Fire“, mit dem sich die aktuelle Besetzung unter möglichst professionellen Bedingungen vorstellt, feiert am Samstag, 10. November, im Pumpwerk seine zehnte Ausgabe. Kreft, der seit sieben Jahren die Pop- und Rockabteilung der Musikschule leitet, blickt im Interview auf die Geschichte der Band und des Festivals zurück und verrät, was das Publikum am Samstag erwartet.

„Bands on Fire“ gibt es wirklich schon seit zehn Jahren?

Jens Kreft: Wir haben vor zehn Jahren mit dem Festival angefangen, damals unter der Regie meiner Vorgängerin Annelie Bayer, die die Musikschulbands auch sieben Jahre betreut hat. „Bands on Fire“ fand nicht die ganze Zeit im Pumpwerk statt, frühere Ausgaben gingen in der Rheinfranken-Halle Altlußheim über die Bühne.

Das spricht für eine anhaltende Attraktivität – auch der Band Echtzeit.

Kreft: Die Kontinuität ist in der Tat erstaunlich. Wir hatten natürlich auch schwierige Phasen, in denen wir lange auf der Suche nach Sängern waren und in der Auswahl der Musikstücke begrenzt waren, weil wir ausschließlich weibliche Stimmen hatten.

Aber diese Phase ist überwunden?

Kreft: Mit Fabian Drozd haben wir einen Sänger, der die Band auch sehr gut präsentieren kann für die Musikschule. Wir freuen uns aber weiter über Leute, die kommen – ob sie nun singen oder ein Instrument spielen wollen. Derzeit könnten wir sogar eher wieder weibliche Stimmen gebrauchen. Vor allem für die Band New Project, in der 12- bis 15-Jährige lernen, zu spielen und in einer Band zu arbeiten. Die meisten landen dann irgendwann bei Echtzeit.

Einen echten existenzbedrohenden Durchhänger gab es aber nie bei der Musikschulband?

Kreft: Es gibt unheimlich viele junge Menschen, die sich für Popularmusik interessieren, insbesondere für Rock und Pop, aber meistens im stillen Kämmerlein und es nicht schaffen, eine Band zu organisieren, die auch ab und an spielt. Sie freuen sich, wenn sie eine Anleitung erhalten, wie in einer Gruppe gearbeitet wird. Das ist dann meine Aufgabe, ich bin sozusagen der Jogi Löw der jungen Musiker.

Echtzeit ist weiterhin aufnahmebereit?

Kreft: Der Zulauf ist im Moment gut, wir freuen uns aber immer über neue Leute, die einfach mal donnerstagsabends in die Probe kommen, in die Schiller-Schule nach Reilingen in der Wilhelmstraße. Jeder, der sich dafür interessiert, ist willkommen.

Was passiert bei „Bands on Fire“ am Samstag?

Kreft: Wir haben ein sehr breitgefächertes Programm am Start – von Pop, Rock bis hin zu Dancefloornummern. Die Band ist groß, wir haben je zwei Bassisten und Gitarristen sowie drei Schlagzeuger, die sich während des Gigs abwechseln werden. Mit Deborah Acker ist auch eine Schlagzeugerin dabei, sie kommt aus Hambrücken. Dazu kommt ein Gastsänger aus Mannheim: Pascal Göpel. Er war mal beim Casting, hatte aber dann zunächst keine Zeit. Er singt drei rockige Nummern und stößt vielleicht dauerhaft dazu, wenn es passt.

Kennen Sie Musiker, die zwar der Musikschulband entwachsen sind, aber weiter Musik machen?

Kreft: Da fällt mir spontan Jens Langlotz ein, der Bass spielt bei der Band Free2Play, die am Samstagabend nach Echtzeit zu hören sein wird. Es gab auch einige junge Leute, die mit einem Musikstudium weitergemacht haben.

Wie läuft der Abend am Samstag im Pumpwerk?

Kreft: Für mich ist wichtig, dass es nicht nur ein Konzert ist, sondern dass wir uns präsentieren als Pop- und Rockabteilung der Musikschule Hockenheim, in der sich die Leute intensiv mit Musik, den Instrumenten und Bandarbeit befassen. Es geht auch ums Know-how.

Und was die Musik betrifft – worauf dürfen sich die Besucher freuen?

Kreft: Ganz neu haben wir „Drunk in the morning“ von Lukas Graham einstudiert, das ist bei allen in der Band sehr beliebt. Auch Partysongs wie „Cake by the ocean“ von DNCE sind dabei. Es wird aber auch richtig gerockt bei Lenny Kravitz’ „Fly away“ und bei „Shut up and dance“. Und Fabian Drozd gibt Klassiker wie „Proud Mary“ und „You can leave your hat on“.

Wie ist der Ablauf des Abends?

Kreft: Den Anfang um 20 Uhr macht die Formation New Project, die etwa eine halbe Stunde spielt, gegen 20.45 Uhr folgt Echtzeit für eineinhalb Stunden. Zum Abschluss spielt die Gastband Free2Play. Sie bringt von Pop, Rock, Punk bis hin zu Metal alles querbeet mit – Hauptsache fetzig, rockig und stimmungsvoll. Vor knapp vier Jahren hatte sie ihren ersten Auftritt auf dem Reilinger Straßenfest und entwickelt sich seitdem kontinuierlich. Wir würden uns freuen, wenn das Pumpwerk voll wird.

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