Hockenheim

Salierbrücke Grünen-Abgeordnete Bayaz und Kern sowie Kommunalpolitikern besuchen mit Regierungspräsidium Sanierung / Keine weiteren Verzögerungen erwartet

Es geht darum, für künftige Bauprojekte zu lernen

Archivartikel

Die Frage nach der Schuld sei ein typischer politischer Reflex. „Aber uns geht es vielmehr darum, was wir daraus für zukünftige Bauprojekte lernen können und wie die Sanierung der Salierbrücke nun ohne weitere zeitlichen Verzögerungen durchgeführt werden kann“, erklären die Grünen-Abgeordneten Danyal Bayaz (Bundestag) und Manfred Kern (Landtag) nach einer Baustellenbegehung mit Verantwortlichen des Baureferats des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe.

Jürgen Skarke, Präsident der Abteilung Straßenwesen und Verkehr beim RP, und Michael Lumpp, Leiter des Baureferats, signalisierten im Gespräch zum einen, dass diese Lehren gezogen werden, etwa bei der Untersuchung der Brücken auf PCB-Belastung. Zum anderen zeigten sie sich zuversichtlich, dass die Baustelle keine weiteren bösen Überraschungen mehr bereithalte und über die zusätzlichen zwölf Monate hinaus keine weiteren Verzögerungen eintreten.

Kern und Bayaz ließen sich mit den Grünen-Kommunalpolitikern Dr. Holger Porath (Altlußheim), Monika Schroth (Neulußheim) und Adolf Härdle (Hockenheim) die neuralgischen Stellen am 1956 eingeweihten Brückenbauwerk zeigen. Die Abgeordneten hatten das Regierungspräsidium in einem Schreiben im Januar um Auskunft gebeten, welche Möglichkeiten es gibt, die Bauarbeiten zu beschleunigen.

Für den Unmut über die Bauverzögerungen äußerten die Grünen in ihrem Statement Verständnis. Sie finden es aber nachvollziehbar, dass in der Bauplanung nicht immer alle Verzögerungen vorhersehbar seien und halten die vom Regierungspräsidium dargelegten Ursachen für die Verzögerung für plausibel.

Diskussionen sachlich halten

Den Vorwurf mangelnder Transparenz wollen die beiden Abgeordneten nicht erheben, denn die Schwierigkeiten seien nach und nach aufgetreten und öffentlich gemacht worden, nachdem ermittelt gewesen sei, wie lange das Sanierungsende durch die Komplikationen nach hinten verschoben werden. Wichtig sei, dass die öffentlichen Diskussionen bei allen Ärgernissen immer sachlich bleiben und bei aller Kritik auf die Wortwahl geachtet wird.

Skarke betonte, dass durchaus stichprobenartige Bohrungen gemacht worden seien, doch diese hätten die Problemstellen nicht zutage gebracht. Lumpp antwortete auf Bayaz’ Frage, ob künftig besser Zeitspannen statt konkreter Monate für eine Sanierung angegeben werden sollten, mit Nein. Damit können keine belastbare Ausschreibung erstellt werden.

Was die mögliche Beschleunigung der Arbeiten angeht, gaben die beiden Bauexperten zu verdenken, dass die Zahl der Arbeitsstunden von Schweißern – die oft über Kopf arbeiten müssen – durch Arbeitsschutzvorgaben begrenzt seien. Für den zweiten Bauabschnitt sei die Zahl der verfügbaren Fachkräfte deutlich größer, inzwischen seien sieben Schweißer am Werk. Grenzen setze aber auch die Tragkraft der Hängegerüste unter der Brücke.

Die Verantwortung für die künftige Verkehrsführung gaben die RP-Vertreter den Politikern: Für welche Lösung sie Pläne erstellen sollen, müsse beim Bund festgelegt werden, auch im Hinblick auf künftige Ersatzbauwerke für die Brücke. mm

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