Hockenheim

Nachhaltiger Handel Zahl der Unterstützer auf 40 gestiegen / Sechs neue Mitstreiter erläutern ihre Motivation zum Mitmachen

Fairtrade zieht weitere Kreise

„Wir möchten Hockenheim fairändern!“ – dieses ehrgeizige Ziel verfolgen jetzt schon insgesamt 40 Unterstützer, die sich zum Mitmachen bei der Fairtrade-Initiative der Stadt Hockenheim bekennen. Sie kommen aus allen Bereichen der Gesellschaft: Schulen und Kindertageseinrichtungen, Einzelhandel, Gastronomie, Vereine und Glaubensgemeinschaften. Alleine in den vergangenen Wochen wurden sechs neue Mitstreiter gewonnen, teilt die Stadtverwaltung in einem Pressebericht mit.

„Mitmachen ist so einfach und eine tolle Werbung für einen selbst. Lediglich zwei fair gehandelte Produkte müssen entweder im Waren-Sortiment angeboten oder in der Firma beziehungsweise Einrichtung benutzt werden“, erklärt Elke Schollenberger, Mitglied der Fairtrade-Steuerungsgruppe und Agenda-Beauftragte der Stadt Hockenheim.

2020 seien bis jetzt zwölf Unterstützer hinzugekommen. „Das Interesse, Partner zu werden, ist auch ein gutes Jahr nach der Ernennung Hockenheims zur ,Fairtrade-Stadt’ ungebrochen“, ergänzt Schollenberger.

Doch warum machen die sechs neuen Unterstützer mit und welchen Mehrwert bringt es ihnen? Die Fairtrade-Steuerungsgruppe hat bei ihnen nachgefragt. Daniela John von der Praxis Medisports antwortet: „Unsere Praxis ist bereits seit 2012 als feste Institution in Hockenheim verankert. Von daher war es gar keine Frage für uns, bei der Fairtrade-Kampagne mitzumachen. Seit Jahren unterstützen wir lokale Kleinunternehmen aus dem künstlerischen Bereich und stellen ihre Produkte aus beziehungsweise verkaufen sie weiter.

Eine super erfolgreiche Aktion war beispielsweise kürzlich der Verkauf von Stoffmasken für einen guten Zweck, die unter anderem von vier Hockenheimerinnen genäht wurden. Wir haben täglich intensiven Kontakt zu Menschen und nehmen daher als Dienstleister im medizinischen Bereich unsere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft sehr ernst. Das Thema Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit hat schon lange Einzug in unsere Praxis gefunden. Zu wissen, dass wir dem Kauf von Fairtrade-Tee, -Kaffee und -Schokolade etwas Gutes für die Bauern in den Anbauregionen tun, fühlt sich einfach gut und richtig an.“

Michael Greul, Regionalleiter Hockenheim der Sparkasse Heidelberg, sagt: „Nachhaltiges Handeln ist gerade in den momentan schwierigen Zeiten einer der Garanten für eine ökologisch, wirtschaftlich und sozial sichere Zukunft. Die Sparkasse Heidelberg hat sich dieses Thema schon seit jeher auf die Fahnen geschrieben und zu einem Stück gelebter Unternehmensphilosophie gemacht. Bereits bei unserer Gründung im Jahr 1831 wurde in unserer Satzung der sogenannte ,öffentliche Auftrag’ festgeschrieben. Im Kern geht es hierbei um Gemeinwohlorientierung vor Gewinnmaximierung, das heißt soziale Nachhaltigkeit vor fast 190 Jahren.

Die großen Herausforderungen der Zukunft lassen sich nur gemeinsam lösen. Daher liegt es nahe, dass die Sparkasse vor dem Hintergrund ihrer eigenen Geschichte und aktuellen Ausrichtung sich gemeinsam mit anderen für gerechtere Handelsbeziehungen stark macht. Die Beteiligung und Unterstützung von Fairtrade ist solch eine Möglichkeit, die wir gerne nutzen. Auch wenn die Größe der Aufgabe beachtlich ist, hilft der Gedanke, dass manche Berge unüberwindlich scheinen, bis wir den ersten Schritt tun.“

Taner Togan, Elvin’s Schreib- und Spielwaren: „Wir sind bei Fairtrade dabei, weil es uns ein Anliegen ist, Lieferanten zu haben, die nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland unter fairen Bedingungen für die Mitarbeiter und die Umwelt ihre Produkte herstellen. Wir haben Lieferanten (leider viel zu wenige), die das sehr transparent und freiwillig an den Tag legen. Wir sollten und müssen darauf achten, dass wir den nachfolgenden Erdenbürgern eine möglichst lebenswerte Erde hinterlassen, auch dies gehört zu fair sein dazu.“

Christoph Kühnle, Stefan Kühnle Bauunternehmungen GmbH und Stadtrat: „Johann Wolfgang von Goethe sagte: ,Um Guts zu tun, braucht’s keiner Überlegung’. So ist es auch hier: Mit dem gemeinschaftlichen Denken der örtlichen Gewerbetreibenden, zusammengefasst in der Fairtrade-Bewegung, können wir nun mit wenig Aufwand Gutes tun“. Es sei so einfach, diese gute Aktion zu unterstützen und es ist verwunderlich, warum nicht noch viel mehr dabei sind.“

Daniel Born, SPD-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Schwetzingen/Hockenheim: „Nur in einer gerechteren und solidarischen Welt können wir die Zukunfts-aufgaben schaffen. Aber Gerechtigkeit und Solidarität fängt im Kleinen an. Das ist die kluge Idee von Fairtrade: Schau beim Einkauf nicht nur, wie du den Kühlschrank füllen kannst, sondern auch die Welt ein wenig zu einem besseren Ort machen kannst. Da bin ich gerne mit meinem Wahlkreisbüro dabei.“

Marion Eichinger, Yoga- und Ayurveda-Studio: „Ich möchte die Fairtrade-Initiative unterstützen, weil alle von ihrer Arbeit lebenswert leben können sollten. Für eine gerechtere Welt ohne Kinderarbeit.“ Deshalb habe sie sich auch dazu entschlossen, in der Fairtrade-Steuerungsgruppe aktiv zu werden. Die Gruppe freut sich auch über weitere aktive Unterstützer.

Hockenheim ist seit August 2019 Fairtrade-Stadt. Die Ernennung erfolgte beim Tag der Umwelt. Eine Steuerungsgruppe aus Lokaler Agenda, Arche-Weltladen, Hockenheimer Marketing-Verein und Bürgern übernahm die Vorbereitung. zg

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