Hockenheim

Werkausschuss Sanierungsarbeiten während der Schließungszeit des Freizeitbades Aquadrom vorantreiben / Kosten von rund 500 000 Euro

Fliesen leiden unter den Wellen

Archivartikel

Hockenheim.Das Aquadrom ist geschlossen – Besucher gibt es wegen der Corona-Krise keine. Doch Sanierungsarbeiten können vollzogen werden und die Schließungsphase für Durchführung von Investitionsmaßnahmen und der notwendigen Revisionsmaßnahmen genutzt werden.

In der jüngsten Sitzung des Werkausschusses stellte der Technische Werkleiter der Stadtwerke, Erhard Metzler, systemrelevante Maßnahmen für das Freizeitbad vor. Für eine Öffnung des Bades bis Ende des Jahres seien unaufschiebbare Arbeiten gemäß einer Prioritätenliste durchzuführen – nur die Vorschläge mit der höchsten Priorität wurden erstmals besprochen. Oberbürgermeister Marcus Zeitler hob in der Sitzung hervor, dass dies ein klares Signal an die Bürger sei, dass man die Zeit effektiv nutze und mit voller Überzeugung am Schwimmbad festhalte.

Lochfraß an Treppenstufen

Zu den relevanten Maßnahmen gehöre als wichtigster Punkt der Brandschutz, da sich dabei an gesetzliche Maßnahmen gehalten werden müsse. Dazu gehöre auch eine Verlegung der Werkstatt aus dem Kellerbereich. Dafür sind rund 200 000 Euro veranschlagt, die bereits durch den Werkausschuss beschlossen wurden und lediglich die Freigabe zu einer Umsetzung noch fehlte. Rutschenturm im Bad innen sei stark korrodiert. Zudem gebe es Lochfraß an den Treppenstufen. „Ein Herrichten macht da keinen Sinn mehr. Eine Neuerung ist angesagt“, sagte Metzler. Rund 50 000 Euro müssten dafür bereitgestellt werden. Für die Erneuerung sollen beschichtete Materialien verwendet werden, die nicht so stark korrodieren. Die Rutsche mit dem Rutschenturm steht seit 2004. Im Bereich des Spaßaußenbeckens müsse die Beleuchtung erneuert werden, da diese zur Verkehrssicherungspflicht gehöre. Zusätzlich sollen Schächte eingebaut werden, um einen Austausch ohne weitere Grabearbeiten durchführen zu können. Rund 25 000 werden für diese Arbeiten benötigt.

Seit einiger Zeit gebe es Probleme an der Ablaufrinne des Wellenbeckens. Außerdem gebe es dort kaputte Fliesen, die zu Verletzungen führen könnten. Für etwa 20 000 Euro könnten diese erneuert werden. Ebenfalls im Wellenbecken – im Nichtschwimmerbereich – kommen Fliesen hoch, was teilweise dafür sorgte, dass das Wasser im Wellenbecken komplett abgelassen werden musste, um diese zu reparieren. Erforderlich seien dabei etwa 200 000 Euro. Diese Summe sei zudem nicht im Haushalt vorgesehen.

Der Schwallwasserbehälter im Kinderbecken sei undicht und seit mehreren Jahren als Erneuerung vorgesehen. Dies sei außerdem der letzte, der ausgetauscht werden müsste – Kostenpunkt von etwa 25 000 Euro.

Bei einer sofortigen Umsetzung aller Maßnahmen beträgt die Gesamtsumme etwa 550 000 Euro. Die Mittel stehen im Vermögensplan 2020 der Stadtwerke bereit. Für das Jahr 2021 seien gemäß der beigefügten Prioritätenliste weitere 500 000 Euro für Investitionen erforderlich.

Schiene nimmt Spannung auf

Christian Keller (Grüne) fragte nach den Materialkosten für die Fliesen. Metzler erklärte, dass nicht nur die Fliesen erneuert werden, sondern dafür auch der Beton abgefräst werden müsse. Die Materialkosten schätzte Metzler dabei auf 30 bis 40 Prozent, der Rest seien Arbeitskosten. Ob das Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken zur selben Zeit gefliest worden sind, wollte Helmut Kief (FDP), denn so könnte absehbar sein, dass das Schwimmerbecken auch bald neue Fliesen bräuchte. „Ja wurden sie. Zunächst wurde überlegt, das gesamte Becken mit Edelstahlausführung zu machen, um dieser Problematik aus dem Weg zu gehen. Durch den Wellenbetrieb wurden die Fliesen früher stark belastet und gingen kaputt. Daher haben wir eine Schiene eingebaut, die die Spannung größtenteils aufnehmen konnte. Das Problem konnten wir aber nicht ganz beseitigen“, erläuterte Erhard Metzler.

Die Mitglieder des Werkausschusses stimmten einstimmig dafür, diese Maßnahmen anzugehen und auszuschreiben. „Wenn Kostenvoranschläge vorliegen, werden wir das im Gremium noch einmal besprechen – zum Beschluss und für die Vergabe“, betonte OB Zeitler.

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