Hockenheim

Standortsuche Ohne Neubau im Biblis keine Ausweichmöglichkeit

Freie Wähler sehen Gefahr für St. Elisabeth

„Scheitert die rechtzeitige Standortfindung für das Pflegezentrum Hockenheim, kann auch St. Elisabeth nicht umgebaut werden und Hockenheim läuft Gefahr, überhaupt kein Pflegeheim mehr zu haben.“ Dieses Szenario schildert die Freie Wählervereinigung in einer Stellungnahme zur laufenden Debatte um den Bau eines Alten- und Pflegeheims im Gebiet „Biblis 4. Gewann“. Der Standort Biblis sei der einzige, der noch innerhalb der gesetzlichen Vorgabezeit der Landesheimbauverordnung verwirklicht werden kann, um beide Pflegeheime weiterhin in Hockenheim zu halten.

Es sei ein Glücksfall, dass sich die Möglichkeit ergab, den ebenso nötigen Um- und Neubau des Altenheims St. Elisabeth ohne neuen Standort zu ermöglichen. Dabei sei allerdings zu beachten, dass dieser Umbau nur dann möglich wird, wenn das bisherige Pflegezentrum Hockenheim an der Ecke Rathaus-/Parkstraße bis zum Beginn des Umbaus seinen bisherigen Standort geräumt hat. Dort müssten während der Umbauphase die Heimbesucher von St. Elisabeth vorübergehend untergebracht werden.

Andere Standorte genau geprüft

Mehrere Leserbriefe in unserer Zeitung hätten den Eindruck vermittelt, als wollten Gemeinderat und Stadtverwaltung den vieldiskutierten Standort „Biblis 4. Gewann“ für das Pflegezentrum durchsetzen, ohne andere Standorte genau überprüft zu haben. Das sei ebenso falsch wie die Behauptung, dass der Gemeinderat den Standort „Reiterplatz“ aus Lärmschutzgründen abgelehnt habe. „Diese Ablehnung erfolgte auf der Grundlage der juristischen Einschätzung einer mit dem Thema betrauten Anwältin, die auch der FWV-Fraktion in schriftlicher Form vorliegt“, unterstreichen die Freien Wähler. Der Gemeinderat sei durch die negative Einschätzung selbst überrascht worden, aber der Standort habe somit keine Alternative mehr dargestellt.

Zweites Heim ein „soziales Muss“

Die intensive Suche nach alternativen Standorten habe keine überzeugenden Ergebnisse außer „Biblis 4. Gewann“ erbracht. Der FWV-Fraktion wäre ein zentralerer Standort lieber gewesen, doch dort habe sich bis dato kein adäquates Grundstück in der notwendigen Größe finden lassen. Ein zweites Alten- und Pflegeheim sei für Hockenheim nicht nur ein „soziales Muss“, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor, verbunden mit Arbeitsplätzen und dringend benötigten Pflegeplätzen, „den wir unbedingt hier halten wollen und müssen“, schreibt die Fraktion weiter.

Von der Größe des Grundstücks bot sich Biblis als einzige Alternative an, womit auch der mögliche Investor und der Betreiber einverstanden waren. Nur diese beiden hätten zu entscheiden, ob der Standort für sie hinsichtlich Rahmenbedingungen und Wirtschaftlichkeit infrage kommt. Die Landesregierung als Eigentümerin der Flächen habe in Verhandlungen „grünes Licht“ gegeben.

Die Freien Wähler hatten sich gewünscht, das neue Pflegeheim näher an der Innenstadt zu haben, aber die Möglichkeiten für Großbauvorhaben seien sehr begrenzt. zk/vj/hg

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