Hockenheim

Im Porträt Erste Kinderprinzessin des Carneval-Clubs Blau Weiß regiert während der Fasnacht / Ihr Hobby ist tanzen / Amt für 13-Jährige eine große Ehre

Für Sophie I. wird Mädchentraum wahr

Archivartikel

Sie ist die erste Kinderprinzessin des Carneval-Clubs (C.C.) Blau Weiß und der Stadt Hockenheim: Sophie Weber regiert als Sophie I. die Narrenschar der Rennstadt. Mit drei Jahren hat die Reilingerin auf einer Veranstaltung Mitglieder des C.C. Blau Weiß tanzen gesehen und war direkt fasziniert. „Ich wollte dann unbedingt dort tanzen und das habe ich dann auch gemacht“, erklärt Sophie I., wie sie als gebürtige Reilingerin zum Hockenheimer Verein gekommen ist. Bei Gastauftritten auf Ordensfesten hat sie die vielen Tollitäten in ihren hübschen Kleidern gesehen – ein Mädchentraum für Sophie.

„Ich habe immer zu Hause Prinzessin gespielt und dann den Entschluss gefasst, mich als Kinderprinzessin zu bewerben“, meint die 13-Jährige. Sie habe eine richtige Bewerbung geschrieben; schließlich sind die beiden Hockenheimer Vereine – der C.C. Blau Weis und die erste große Hockenheimer Carnevals-Gesellschaft (HCG) – bisher noch nie durch eine Kinderprinzessin vertreten worden.

Die Bewerbung sei angenommen und Sophie Weber zu Sophie I. geworden. Mit an ihrer Seite ist immer Mutter Carina, die als Elferrätin und Schriftführerin im Verein tätig ist, ihre Tochter begleitet und unterstützt. Auch Vater Thilo ist als Elferrat beim C.C. Blau Weiß aktiv. Bevor Sophie I. inthronisiert wurde, gab es allerdings einiges zu tun: Die Kleider mussten gekauft, das Motto zusammengereimt und der Orden entworfen werden. „Das Kleid für meine Inthronisation hat meine Oma Ilona genäht. Sie repariert und wäscht die Kleider auch“, meint die amtierende Lieblichkeit dankbar.

Sich natürlich und offen zeigen

Und was ist der Unterschied zwischen einer Kinderprinzessin und einer erwachsenen Tollität? „Im Prinzip mache ich dasselbe wie eine ‘richtige’ Prinzessin, bin natürlich viel unterwegs und vertrete meinen Verein – nur bin ich eben erst 13 Jahre alt“, fasst Sophie zusammen. Als Prinzessin müsse man einfach immer natürlich und offen sein für alles, was kommt – und natürlich Fasching lieben. Besonders aufregend war für sie das Ordensfest in Ketsch, das erste Ordensfest für Sophie als Prinzessin.

„Schön war die Veranstaltung in Neuhofen, weil der ganze Narrenring dort zusammengekommen ist“, schwärmt die 13-Jährige. Aber auch das Kinder- und Jugendtollitätentreffen bei der Vereinigung badisch-pfälzischer Karnevalvereine Anfang Januar sei ein Highlight.

„Letztes Jahr habe ich meine erste Büttenrede vorgetragen, was mir großen Spaß gemacht hat. Ab nächster Kampagne möchte ich damit auf jeden Fall weitermachen“, sagt die Reilingerin. Mit dem Tanzen verhält es sich ähnlich: Aktuell trainiert Sophie fleißig bei der Juniorengarde mit, tritt aber erst ab Ende des Jahres wieder auf.

„Die ersten paar Wochen als Prinzessin waren echt unglaublich, jetzt ist es einfach nur ein schönes Gefühl“, erzählt die Jugendliche. „Für mich ist es eine große Ehre, die erste Kinderprinzessin zu sein.“ Das sehe man ihr auch an – sobald Sophie das Kleid anhabe, strahle sie laut Mutter Carina übers ganze Gesicht. „Ich möchte gerne später in den Elferrat gehen und auf jeden Fall einmal Erwachsenenprinzessin werden“, ist Sophie I. sich sicher.

Klassenkameraden sind begeistert

Die Schule und das Amt als Kindertollität unter einen Hut zu bekommen, schaffe sie gut. „Viele Klassenkameraden finden es toll, dass ich die Kinderprinzessin des C.C. Blau Weiß bin und wollen bei den Umzügen mitlaufen“, erklärt die Siebtklässlerin. Durch die Kampagne falle es ihr nun auch leichter, in der Schule etwas vorzutragen. Wenn sie nicht gerade als Prinzessin unterwegs ist oder für die Schule lernt, verbringt sie jede freie Minute damit, zu tanzen. „Sobald Musik läuft, bin ich im Tanzmodus“, meint sie.

Das Schönste sei für Sophie I. das Beisammensein mit den Narren. Sie wolle die Erinnerungen mitnehmen, neue Menschen kennenlernen und Freundschaften knüpfen. „Ab November fängt immer die Vorfreude auf die Fasnacht an. Ich bin eine echte Fasnachterin; die Umzüge, die Ordensfeste – mir macht einfach alles Spaß“, erklärt Sophie I. glücklich.

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