Hockenheim

Marktplatz Feuerwehr und Stadtkapelle zelebrieren 150-jähriges Jubiläum mit Neuauflage von „Symphonic Rock“/ Klangfeuerwerk begeistert das Publikum

Gänsehaut und heiße Rhythmen

Archivartikel

Sinfonische Blasmusik und Rock – dass diese Kombination keinesfalls so abwegig ist, wie im ersten Moment vielleicht vermutet, bewies die Stadtkapelle Hockenheim zum 150. Jubiläum der Feuerwehr, die als offizielle Feuerwehrkapelle unter dem Titel „Symphonic Rock on Fire“ den voll besetzten Marktplatz vor der evangelischen Stadtkirche zum Beben brachte.

Die Leitung des Hauptprogramms lag in den Händen von Dirigent Dominik M. Koch, dessen Orchestermusiker von den Sängern Vanessa und Rainer Kraft und Cornelius Wurth sowie den Bandmusikern Josip Mihaljevic (Keyboard), Sebastian Brödner (E-Bass) und Eugen Leonhardt (E-Gitarre) ergänzt wurden. Noch ohne diese Verstärkung bestritt das Jugendprojektorchester aus Mühlhausen, Mingolsheim und Hockenheim das Opening.

Pompös starteten die jungen Spieler mit der „Nordic and Fanfare and Hymn“ von Jakob de Haan, ehe es passend zum Thema des Abends rockig weiter ging. Medleys der Songs der „Red Hot Chilli Peppers“, Michael Jackson und „Abba“ wechselten ab mit den Klassikern von Queen und den bekanntesten Melodien der Filmmusik von John Williams, im Wechsel dirigiert von Julian Metzger aus Mühlhausen, Sebastian Hotz aus Mingolsheim und Alexander Six aus Hockenheim. Besonders großen Applaus erntete die von Hotz dirigierte „USA-for-Africa“-Hymne „We are the World“. Ein weiteres Highlight war die Version von „Mamma Mia“, bei der man förmlich die Stimmen der einzelnen „Abba“-Mitglieder in den Blasinstrumenten wiedererkennen konnte. Schon nach diesem ersten Programmteil erhielten die Jugendlichen Standing Ovations. „Die Stimmung auf der Bühne ist genial und es hat alles funktioniert“, freute sich im Anschluss Julia Martens, die Jugendleiterin der Stadtkapelle. In nur vier gemeinsamen Proben mit allen Musikern der drei Orchester hatten diese das anspruchsvolle Programm auf die Beine gestellt.

Tatort macht den Anfang

Nachdem viele Zuhörer während dieser beeindruckenden Darbietung noch Zuflucht im Schatten der Getränke- und Essenstände gesucht hatten, zog es sie zum Einmarsch der Stadtkapelle um 21 Uhr vor die Bühne, auf der nun auch die Musiker von der Sonne verschont blieben. Die monatelangen Vorbereitungen der Musiker und die Höchstleistung der Feuerwehrmitglieder, die in der Hitze der vergangenen Tage die Bühne und Verkaufsstände für das Spektakel aufgebaut hatten, würdigte Kommandant Franz Sommer in einer kurzen Ansprache, ehe die Musiker übernahmen. Nach dem Opener, der Tatort-Titelmusik, die nur eine von vielen durch Koch selbst arrangierten Kompositionen war, jagte ein Highlight das nächste. Sänger Rainer Kraft übernahm dabei zusätzlich die Rolle eines Moderators, sorgte mit Anekdoten zu vielen Songs für Lacher und animierte das Publikum zum Mitsingen.

Vanessa Kraft brillierte als Interpretin von Adeles „Rolling in the Deep“ und „Time Warp“. Highlights setzte außerdem Cornelius Wurth, der für die besonders rockigen Parts zuständig war und scheinbar mühelos stimmlich zwischen Metallicas „Nothing Else Matters“ und „Bohemian Rhapsody“ wechselte. Im Zusammenspiel der Band mit dem Orchester stachen besonders die kraftvollen Soli von Gitarrist Eugen Leonhardt heraus. Und auch die Solisten der Stadtkapelle kamen nicht zu kurz: Das Best of von „Earth, Wind ans Fire“ wurde durch ein Trompetensolo von Martin Jacob veredelt und bei „Conga“ der „Miami Sound Machine“ vervollständigten Jonas Nürnberg am Saxofon und Julian Seiler an der Trompete die lateinamerikanischen Rhythmen. Nach einer Pause für Musiker und Publikum kamen dann zum Einbruch der Dunkelheit Sternspritzer und Feuerzeuge zum Einsatz, als Wurth gefühlvoll „Bed of Roses“ von „Bon Jovi“ interpretierte.

Spannendes Zusammenspiel

Dominik M. Koch, dem als Dirigent eine künstlerische Mammutaufgabe zukam, beschrieb die Vorbereitung des Konzerts so: „Das Gesamtkonzept ist sehr spannend, weil die verschiedenen Institutionen wie die Band, die Sänger, die Technik und das Orchester zusammenkommen. Damit ein gelungenes Gesamtkonzept zu erreichen, ist immer eine Gratwanderung.“ Im Vergleich zu der ersten Auflage von „Symphonic Rock“ vor zwei Jahren hatte man sich auch auf die zu erwartenden Menschenmassen eingestellt und die Technik aufgestockt, um ein rundes Klangerlebnis für die über 2000 Zuhörer zu gewährleisten. „Ich bin begeistert, wie die Leute mitgehen. Es könnte gerade einfach so weitergehen, aber wenn man auf der Bühne steht, geht alles so schnell vorbei“, beschrieb Koch das Erlebnis für die beteiligten Musiker. Eine Wiederholung kündigte Rainer Kraft am Ende des Konzerts auch direkt an.

Einhellig fielen auch die Reaktionen der Zuhörer aus, nachdem die letzten Töne der finalen Zugabe „Heal the World“ von Michael Jackson verklungen waren. „Ich fand Cornelius einfach geil, vor allem bei ,Cryin‘ von Aerosmith“, so Tobias Eppel, der mit seiner Freundin Christina Rosenberger auf den Marktplatz gekommen war. „Die Balladen waren sehr schön, ich habe vielleicht sogar ein bisschen geweint“, fügt diese mit einem Augenzwinkern hinzu. „Toto war auch mega, da hat man die Stadtkapelle richtig gut herausgehört“, so die Hockenheimerin weiter. „Wer hier nicht dabei war, hat etwas verpasst!“ lautete das Fazit der beiden.

Info: Weitere Bilder gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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