Hockenheim

Kolpingsfamilie Zum 50-jährigen Bestehen auf den Spuren des Namensgebers im Rheinland / Neue Eindrücke in Kerpen und Köln

Gedankengut Kolpings sehr nahe

Archivartikel

„Wenn man jemanden richtig feiern will, muss man ihn ja auch besuchen,“ meinte augenzwinkernd die Vorsitzende der Kolpingsfamilie, Stefanie Simons, als sie die gut gelaunte Teilnehmerschar begrüßte, die zum mehrtägigen Besuch auf den Spuren Adolph Kolpings von Hockenheim ins Rheinland startete. Kerpen und Köln waren die Zielpunkte des Aufenthaltes, der die Teilnehmer den als „Gesellenvater“ geehrten und geschätzten Adolph Kolping um einiges näherbrachte.

Erstes Ziel war die Stadt Kerpen und ebenso das Geburtshaus von Kolping. Dort wurde im Jahr 1963 ein Museum eingerichtet mit einer Sammlung, die den Lebensweg Kolpings in anschaulicher Weise dokumentiert. Zu sehen sind dort beispielsweise noch sein Schusterwerkzeug und sein Schustertisch, schließlich hatte Kolping zunächst das Schusterhandwerk erlernt, ehe er dann Theologie studierte.

Zu Gast war man in Kerpen dann auch in der Kirche St. Martinus mitten in der Stadt. In dieser Kirche wurde Kolping getauft und hier feierte er nach der Priesterweihe auch seine Primiz. Die ehemalige Stiftskirche ist bereits im 11. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie hat nach dem Kölner Dom und dem Bonner Münster den höchsten Kirchturm des gesamten Erzbistums Köln.

In Köln hatte man einen ganzen Tag Zeit, um innerhalb der Stadt im wahrsten Sinne des Wortes auf den Spuren Adolph Kolpings zu wandeln. Mit dem Mitglied der dortigen Kolpingsfamilie, Achim Martin aus Frechen, hatte man einen engagierten, bestens informierten und ebenso kompetenten wie begeisterungsfähigen „Kolping-Stadtführer“.

Im vierten Obergeschoss des historischen Rathauses machte man ausgiebig Station, denn dort sind die Schutzpatrone und Heiligen der Stadt Köln „anzutreffen“. Kein Wunder, dass man dort vom „Kölner Himmel“ spricht. Adolph Kolping steht dort übrigens zwischen Edith Stein und den Heiligen Drei Königen, wie die Hockenheimer Kolpingleute feststellen konnten.

Nicht fehlen durfte der Besuch der legendären Minoritenkirche in Köln, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde und heute in erster Linie von den Franziskaner-Minoriten und vom Kolpingwerk genutzt wird. Dies verwundert nicht, wenn man bedenkt, wie den Hockenheimer Gästen ausführlich erläutert wurde, dass Adolph Kolping im Jahre 1862 Rektor der Minoritenkirche wurde und diese Kirche damit auch die Heimstätte für die von ihm gegründeten Gesellenvereine geworden war. Die Minoritenkirche wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, der Wiederaufbau durch das Kolpingwerk war im Jahre 1958 schließlich abgeschlossen worden. Dort findet man auch die Büste Kolpings neben seinem Grab.

Gottesdienst in Minoritenkirche

In der Kölner Minoritenkirche stand die Hockenheimer Kolpingfamilie im Mittelpunkt eines feierlichen Pilgergottesdienstes, den Monsignore Ottmar Dillenburg zelebrierte. Dillenburg ist der Generalpräses des internationalen Kolpingwerkes und ging in seiner Predigt auf die Jubiläumsfahrt der Kurpfälzer ein, die damit, so Dillenburg, in ganz deutlicher und herzlicher Form ihre Verbundenheit mit Adolph Kolping unter Beweis stellten.

Die Hockenheimer Kolpingfamilie interessierte sich in Köln auch noch für die 980 erstmals urkundlich erwähnte Kirche St. Kolumba sowie die St. Ursula-Kirche, schließlich ist St. Ursula die Stadtpatronin Kölns. Auch dem Gnadenbild der „Schwarzen Muttergottes“ in der aus dem 17. Jahrhundert stammenden Kirche St. Maria stattete man einen kurzen abschließenden Besuch ab.

„Wir haben manches Neue über Kolping erfahren, wir haben kleine Teile seines Lebensweges nachvollziehen können, wir fühlen uns Adolph Kolping und seinem Gedankengut näher denn je,“ bilanzierte die Vorsitzende Stefanie Simons auf der gemütlichen Heimreise aus dem Rheinland in die Kurpfalz. Ergänzend dazu konnte man sich in der Gemeinschaft der Kolpingsfamilie rundum wohlfühlen, Tage also, die einen besonderen Markstein in den vielfältigen Aktivitäten des Jubiläumsjahres der Hockenheimer Kolpingsfamilie darstellen. ba

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