Hockenheim

Neujahrsempfang OB Dieter Gummer zieht Bilanz und blickt auf künftige Herausforderungen – vom sozialen Wohnungsbau über Innenstadtentwicklung und Kinderbetreuung bis zum Ring

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

„Gemeinsam Verantwortung für Hockenheim übernehmen“: Unter diesen Leitgedanken stellte Dieter Gummer seine Ansprache beim Neujahrsempfang gestern Abend in der Stadthalle. Der Oberbürgermeister blickte auf ein ereignisreiches Jahr zurück und warf vor allen Dingen auch den Blick in die Zukunft der Rennstadt, die von vielen Herausforderungen und Großprojekten geprägt ist: „Wir haben nach wie vor Aufgaben zu erledigen, die Hockenheim bereits seit Jahren beschäftigen und einen ,langen Atem’ verlangen.“

Bezahlbarer Wohnraum in Verbindung mit dem Schaffen von Unterbringungsmöglichkeiten für geflüchtete und obdachlose Menschen sei nach wie vor ein Thema. In diesem Zusammenhang erinnerte Gummer an den großen Bürgerdialog für sozialen Wohnraum im vergangenen Jahr und an den Gemeinderatsbeschluss, von den fünf im Bürgerdialog auf „gut“ geeigneten Standorten zwei Flächen zur weiteren Entwicklung anzunehmen.

Zwei Standorte sind zu wenig

Mit dem Beschluss sieht Gummer allerdings einen Widerspruch zum Ziel, die dezentrale Unterbringung von Menschen in möglichst kleinen Einheiten zu ermöglichen: „Wie können 208 wohnungs- und hilfesuchende Menschen in kleinen Einheiten dezentral untergebracht werden, wenn nur zwei Flächen zur Verfügung gestellt werden? Ich fände es nach wie vor richtig, wenn wir über mehr als nur zwei Standorte zur Entwicklung sozialen Wohnraums verfügen würden.“

Zukunftsgerichtet zu handeln gelte es auch beim Thema Tageseinrichtungen für Kinder. Die Anmeldelisten (sowohl 100 Vormerkungen für U 3 und Ü 3) würden länger, die Betreuungsplätze knapper und der Bedarf an Plätzen steige.

Hockenheim sei attraktiv für Familien, stellte Dieter Gummer fest. Der entsprechenden Nachfrage müsse man aber auch räumlich gerecht werden. Daher sei 2018 zu überlegen, ob, wann und wo für einen Neubau und einen neuen Parkkindergarten „Grünes Licht“ gegeben werde. Als nächster Schritt stehe der Neubau des katholischen Kindergartens St. Josef an.

Als Schulträger müsse sich die Stadt der Schulentwicklung stellen, ebenfalls mit erheblichen Investitionen verbunden, zumal die Gebäude in die Jahre gekommen seien. Nicht zu vernachlässigen seien laut Gummer auch die Investitionen in die Abwasserbeseitigung.

Im weiteren Verlauf seiner Ansprache richtete der OB seinen Blick auf die Großprojekte. Mit Beginn des Hochbaus am Messplatz (neue Gebäude) rechnet er im Sommer. Die Gestaltung des Messplatzes sei nahezu abgeschlossen.

So geht’s weiter beim HÖP

Als weitere Arbeitsschritte beim Hochwasserschutz- und Ökologieprojekt (HÖP) plane das Regierungspräsidium in diesem Jahr: Fertigstellung der Kfz-Brücke zum Messplatz sowie der Fuß- und Radwegbrücke, Einbau der Fertigteil-Verkleidung der Hochwasserschutzmauer an der Karlsruher Straße, Gestaltung der ersten 100 Meter des neuen Kraichbachs zwischen der Karlsruher Straße und der Kfz-Brücke sowie Bau einer Sohlgleite im Bereich der drei querenden Abwasserleitungen zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit.

Kurz vor dem Abschluss stünde das Nahwärmenetz an der Schubertstraße: „Die neue Nahwärmezentrale wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 in Betrieb gehen. Die Anbindung der Schubertstraße an das Breitbandnetz ist fertiggestellt.“ Starten werden Umbau und Sanierung der Oberen Hauptstraße. Auf der Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung stehen Beschlüsse über Kanal- und anschließende Straßenbaumaßnahmen. Der Umbau ist auf mehrere Jahre verteilt. In Anbetracht der Vorhaben stellt Gummer fest, dass man auch 2018 nicht um Sperrungen und Umleitungen für den Verkehr herumkomme.

Stadtwerke auf neuen Wegen

Die Stadtwerke Hockenheim übernehmen im neuen Jahr Verantwortung für die Stadt und für die Region. Neue Wege führten nicht nur zu attraktiven Dienstleistungen für Hockenheim, sondern die Stadtwerke auch in die Verwaltungsgemeinschaft. Neue Attraktionen biete auch das Aquadrom nach der Modernisierung für 1,8 Millionen Euro.

Mit Blick auf den Hockenheimring stellte Gummer fest, dass all die Maßnahmen der vergangenen Jahre gegriffen hätten: „Unser Ring erscheint stabil.“ Der positive Trend bei den Zuschauerzahlen der Formel 1 aus dem Jahr 2017 setze sich offenbar fort: Am aktuell verfügbaren Sitzplatzkontingent von 70 000 Plätzen seien inzwischen 40 000 verkauft und 10 000 reserviert.

In diesem Jahr finde das letzte Formel-1-Rennen des bestehenden Vertrags auf dem Ring statt. Sofern es keine Vereinbarung mit den Rechteinhabern gebe, die Risiken für Hockenheim-Ring GmbH und Stadt ausschließt, sei es die letzte Veranstaltung. Gummer räumte Kontakte mit den Rechteinhabern ein. Sie befänden sich jedoch nicht im Verhandlungsmodus.

Marketing-Verein gibt Impulse

Ein dickes Lob sprach Gummer dem Hockenheimer Marketing-Verein (HMV) aus, der aus dem gesellschaftlichen Leben Hockenheims nicht mehr wegzudenken sei, und die Stadt auch 2018 mit neuen Impulsen mitgestalten werde.

Dieter Gummer lud die Bürger ein, an der Gestaltung der Stadt mitzuwirken, und dankte allen Vereinen und Ehrenamtlichen für ihren Einsatz. Nach dem offiziellen Teil, der musikalisch vom Chor „Kreuz und quer“ unter der Leitung con Samuel Choumrahmt wurde, nutzten die Besucher die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch. So wurde der Empfang wieder zu dem, was er sein soll: ein Ort der Begegnung.

Info: Weitere Bilder finden Sie unter www.schwetzinger-zeitung.de

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