Hockenheim

Nachmittagsprogramm "Hatebreed", "Suicidal Tendencies", "Papa Roach" und "Five Finger Death Punch" heizen den Fans zum Auftakt des Festivals gehörig ein / Besucher gehen begeistert mit

Gigantischer Bombast und Klänge von erhabener Wucht erschüttern das Motodrom

Hockenheim.So einen Start muss man erst einmal hinlegen. Wo sich an Festival-Nachmittagen standesgemäß bestenfalls Spezialisten versammeln, um in halbleeren Wellenbrechern an den Metallgittern zu kauern, heißt es an diesem Tag: "Das ist der Anfang von 'Matapaloz'. Einen Anfang wie diesen wird es nie mehr geben!"

Gesagt, getan, schreiten die US-Jungs von "Hatebreed" auf die Bühne, als wollten sie die Endzeit, die aus der monströsen Bühnenapparatur zwischen Stahl, Holz und Stoff strömt wie ein böser Odem, gleich selbst einleiten. Mit stellenweise übersteuertem aber brachialen Sound verpassen sie den feierwütigen Fans direkt zum Auftakt eine heftige Breitseite und zeigen keine Gnade.

Berserker in der Arena

Genau der rechte Übergang zu den Kaliforniern von "Suicidal Tendencies", die sich mit ihrem Stil zwischen Deep Punk und Thrash Metal einen Namen machten - um ihn auch an diesem Tag mit allem Bravur zu verteidigen. Wie ein Berserker in der Arena, stolziert Frontmann Mike Muir über die Bretter und schreit sich zu den kompromisslosen Songs seines Quintetts die Seele aus dem Leib. Ohne Zweifel geht es hier trotz allem schon deutlich melodischer zu und das tut dem Sound auch erkennbar gut.

Wer sich in diesen Gefilden wohlfühlt, ist auch bei den Jungs von "Papa Roach" genau an der rechten Stelle. Denn die schroffe Kante zwischen Alternative, Nu Metal und Rap ist echtes Wasser auf die Mühlen von Fans, denen "Billy Talent" heute einfach zu seicht ist. Zwischen "Linkin Park" und "Bullet for my Valentine" bahnt sich das Kollektiv seinen Weg in die Ohren der Zuhörer, die die wilde Party mit erhabenem Jubel feiern - und das ist auch ganz recht so. Denn statt eines erwartbaren Sets präsentieren sich "Papa Roach" in jeder Facette wie ein fein geschliffener Brillant, der in ganz ungewohntem, neuen und authentischen Glanz das Funkeln lernt.

In jedem Fall einer der unbestrittenen Höhepunkte des Abends - der nur noch von den Amerikanern von "Five Finger Death Punch" gekrönt werden kann. So dynamisch und gleichzeitig imposant haben sich die Schwermetall-Artisten um Ivan Moody noch nicht einmal bei "Rock am Ring" gezeigt. Da braucht es keine Gesichtsbemalung, kein groß inszeniertes Lichtgewitter - diese Klänge erhabener Wucht haben ihren ganz organischen Ursprung, und der heißt: Ekstase.

Auch auf die Fans lässt sich das prächtig beziehen. Die kontinuierlich anschwellende Menge schwingt sich zu Jubelarien auf, skandiert von Band zu Band mehr mit, schaukelt sich hinauf zu einer Atmosphäre unbeschwerter Ausgelassenheit - in der Erwartung des großen Höhepunktes, der da kommen sollte. Um es vorwegzusagen: Es muss einen nicht verwundern, dass die "Onkelz" vor allem aus ihrem ersten Auftritt auf der neuen Bühne ein Spektakel machen, das ganz großes Theater mit sich bringt. Doch der Bombast, der in diesen Bildern liegt, trägt nicht nur den Geist der großen "Onkelz"-Gemeinschaft in sich: Er ist gekommen, um zu bleiben. mer

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