Hockenheim

Grau, trüb und nass

Jede Jahreszeit hat ihren Reiz, heißt es so schön. Doch ehrlich, wenn ich im November aus dem Fenster schaue, da fällt mir nur Hustenreiz ein. Trist, nass und kalt lässt er mich alle jene Tiere beneiden, die sich in den Winterschlaf flüchten können.

Nein, dieser elfte Monate im Kalender hat den Charme eines leeren Wartesaals. Zweiter Klasse. Der Beginn des Herbstes wird mit neuem Wein eingeläutet, mit herzhaften Wildgerichten gefeiert und meist als Goldener Oktober glorifiziert. Und dann endet die Sommerzeit, schleicht sich die Tristesse durch die abendlich und morgendlich dunkelgräulich suppenden Straßen.

Der Dezember hat’s gut, schmückt sich und die Straßen mit adventlichem Glanz, die Wintersportler holen die Ski raus und die Weihnachtsfans pilgern in die Kaufhäuser. Über Frühling und Sommer braucht man hier keine Worte zu verlieren, die Begriffe Wonnemonat und Urlaub sprechen für sich.

Doch der November. Ähnlich trist ist meist nur der Februar, hat dafür jedoch den Vorteil sehr kurz zu sein. Nicht mal diese kleine Geste gesteht man dem grauen Monat zu. Immerhin, ein Vorteil sei ihm zugestanden, er macht Lust auf Glühwein. Immerhin etwas.

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