Hockenheim

BISS Lärmaktionsplan des Eisenbahn-Bundesamts geht in zweite Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung

Güterzüge stören hier fast alle

Wie die Bürgerinitiative Stille Schiene Hockenheim (BISS) mitteilt, hat das Eisenbahn-Bundesamt die zweite Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Erstellung eines aktuellen Lärmaktionsplans gestartet. In dieser Phase ist es möglich, dem Eisenbahn-Bundesamt Feedback zu der im vergangenen Jahr gelaufenen ersten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung, dem veröffentlichten Lärmaktionsplan, Teil A, und vorhandenen Lärmminderungsmaßnahmen zu geben.

Die Öffentlichkeitsbeteiligung findet in zwei zeitlich getrennten Phasen statt. Nachdem der Öffentlichkeit in der ersten Phase die Gelegenheit gegeben wurde, die jeweils persönliche Lärmsituation zu schildern und in einer Karte zu verorten, bietet das Eisenbahn-Bundesamt in der zweiten Phase nun der Öffentlichkeitsbeteiligung die Möglichkeit, das Verfahren selbst zu bewerten.

Dabei sind acht Fragen im sogenannten Multiple-Choice-Verfahren zu beantworten, der Zeitaufwand dafür beträgt laut BISS circa fünf Minuten. Die Frist endet am 7. März. Der daraus hervorgehende Lärmaktionsplan Teil B werde Mitte des Jahres veröffentlicht.

326 Teilnehmer aus Hockenheim

Die Teile A und B ergeben zusammen den Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken auf dem Gebiet der Bundesrepublik. Insgesamt sind in der ersten Phase, bei der die Teilnehmer auf Basis von zwölf Einzelfragen ihre persönliche Belastung durch den Personen- und Güterverkehr zum Ausdruck bringen konnten, rund 38 000 Beteiligungen eingegangen, davon 326 Beteiligungen aus Hockenheim.

Von den 326 Teilnehmern aus Hockenheim gaben laut BISS 85 Prozent an, stark durch Schienenlärm betroffen zu sein. Nahezu alle Hockenheimer Teilnehmer sagten, sie seien durch die Fahrgeräusche des Schienenverkehrs gestört. 53 Prozent leiden darüber hinaus durch die vom Schienenverkehr verursachten Bremsgeräusche, und 59 Prozent gaben an, zudem durch das „Kurvenquietschen“ besonders beeinträchtig zu werden.

92 Prozent oder 301 Teilnehmer aus Hockenheim gaben an, dass sie sich vom nächtlichen Bahnlärm und somit primär den Auswirkungen des starken Güterverkehrs besonders gestört fühlen. Dass sie die Bahngeräusche insbesondere beim Ein- und/oder Durchschlafen behinderten, stellten über 90 Prozent der lokalen Beteiligten heraus.

Besonderes Potenzial zur Verbesserung der aktuellen Lärmsituation sehen gut 30 Prozent der Teilnehmer durch Optimierungen der Fahrzeugtechnik, 63 Prozent gehen davon aus, dass zusätzlich nur Maßnahmen an der Strecke selbst, etwa durch den Aus- oder Neubau von Lärmschutzwänden, ihre der Bahnlärmsituation in Hockenheim geschuldete Belastung positiv verändern kann.

Obwohl aus Hockenheims eigenem Lärmaktionsplan deutlich hervorgehe, dass viele Bürger auch unter anderen Lärmemissionsquellen wie dem Autoverkehr zu leiden haben, betrachteten in der ersten Phase des EBA-Lärmaktionsplans 293 von lokalen 326 Teilnehmern den Schienenverkehrslärm als das vordringlichste Lärmproblem.

Hoffnung auf viele Teilnehmer

Nur sechs Prozent der Befragten hätten angegeben, dass Güterzüge im Fahrbetrieb durch technische Maßnahmen am Zug in den vergangenen Jahren spürbar leiser geworden sind. Aufgrund der quantitativ wie qualitativ überdurchschnittlich starken Beteiligung der Hockenheimer an der ersten Beteiligungsphase wirbt die Bürgerinitiative Stille Schiene nun auch dafür, dass die Rennstädter in der zweiten Phase sich ebenso stark beteiligen und damit die Ergebnisse der ersten Phase untermauern.

Teil A des Lärmaktionsplans, der Fragebogen zu Teil B sowie weitere Erläuterungen und statistische Auswertungen zum Hockenheimer Ergebnis finden Interessierte auf der Webseite der Initiative unter www.biss-hockenheim.de. kso

Info: Der Teil A des Lärmaktionsplans ist im Internet unter www.laermaktionsplanung-schiene.de oder direkt unter dem folgenden Link abrufbar: www.eba.bund.de/lap.

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