Hockenheim

Gemeinderat Aufsuchende Sozialarbeit soll künftig aufgeteilt werden / Eigene Ansprechpartner für Jugendliche und Wohnungslose

Gute Betreuung nutzt allen Beteiligten

Archivartikel

Gute zehn Jahre ist es her, dass die Idee aufkam, die Jugendlichen der Stadt mit einem Streetworker zu betreuen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates ging es nun darum, wie diese Arbeit künftig gestaltet werden sollte. Eine Umfrage unter den Jugendlichen hatte 2011 Interesse signalisiert, weshalb im Folgejahr mit Andreas Ledderhose ein Ansprechpartner für die Jugend angestellt wurde, der diese Aufgabe vier Jahre lang wahrnahm.

Nach Ledderhoses Ausscheiden schloss die Stadt einen Dienstleistungsvertrag mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Streetwork und Obdachlosenbetreuung beinhaltete. Dieser Aufgabe widmet sich derzeit der Diplom-Pädagoge Simon Massoth. Der Vertrag mit dem DRK endet am 30. September. Einstimmig votierte der Rat nicht nur dafür, weiterhin eine „Aufsuchende Sozialarbeit“, wie Streetwork auch genannt wird, anzubieten, sondern die Bemühungen zu intensivieren.

Beschlossen wurde die Ausschreibung zweier Dienstleistungsverträge für die Dauer von jeweils drei Jahren. Der erste Vertrag beinhaltet zwei halbe Stellen, die vorzugsweise von einem Mann und einer Frau besetzt werden sollen, für die aufsuchende Sozialarbeit. Die Hauptbeschäftigungszeiten sollen an den Tagen Donnerstag bis Samstag und hierbei in den Abend- und Nachtstunden liegen. An den sonstigen Wochentagen sollen die Nachmittags- und Abendstunden abgedeckt werden.

Der zweite Vertrag beinhaltet eine ganze Stelle zur Betreuung von Wohnungslosen. Schwerpunkt soll die Unterstützung beim Finden von Wohnraum sein. Hilfe bei der der Arbeitssuche und Ähnliches sollen aber auch gestellt werden. Die Kosten belaufen sich demnach auf rund 70 000 Euro pro Jahr und Vertrag.

Patrick Stypa (CDU) betonte die Wichtigkeit der Hilfe für Wohnungslose. Es sei dabei zum Wohle der Obdachlosen als auch zum Wohle der Stadt, wenn eine Unterkunft nur vorübergehend sei. „Deswegen ist es wichtig, dass die Stadt nicht nur eine Unterkunft bereitstellt. Es ist ebenso wichtig, dass die Stadt unterstützt, persönliche Schieflagen zumindest etwas auszugleichen“, so Stypa. Die Erfahrungen der Vergangenheit hätten gezeigt, wie schwierig es ist, Obdachlosenbetreuung und Streetwork unter einen Hut zu bringen. Ein Bedarf an beidem sei aber definitiv vorhanden.

Bauliche Maßnahmen möglich

Oliver Grein (Grüne) ergänzte, die Möglichkeit, städtebaulicher Maßnahmen, etwa mehr Beleuchtung an „Hot Spots“ oder eine zeitliche Beschränkung des öffentlichen Wlan-Angebots.

Überlegungen, die auch Simon Massoth für sinnvoll hält. Der Sozialarbeiter erklärt im Gespräch mit unserer Zeitung: „Ich freue mich, dass sich die Stadt in diesem Bereich weiter engagiert.“ Massoth hält es für eine gute Idee, die Aufgaben aufzuteilen, denn „ein Streetworker ist nicht in erster Linie Ordnungshüter, der für Ruhe sorgt, sondern ein Ansprechpartner für die Jugendlichen.“ Die Aufteilung in einen männlichen und einen weiblichen Streetworker sei deshalb sehr sinnvoll.

Das Problem mit Wohnungslosigkeit werden in Zukunft eher wachsen denn schrumpfen. Mit dem Wohnraumkonzept der Stadt sei das Thema auf einen guten Weg gebracht, gebe es dennoch viel zu tun, „und ich würde mich freuen, wenn ich in Zukunft weiter daran arbeiten könnte“, merkte Simon Massoth an.

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