Hockenheim

„Hätten besser den Hubschrauber genommen“

Archivartikel

Die Kommentare in den Sozialen Medien zu dem Verkehrschaos vor und nach den beiden Konzerten mit dem englischen Superstar Ed Sheeran fielen ausgeglichen aus. Während es einige noch mit Humor nahmen – „mussten von Neulußheim aus jemand in Walldorf von der Arbeit abholen. Hätten besser den Hubschrauber genommen“, schrieb Sabine Schilling – ärgerten sich andere wie Herbert Semsch maßlos. Er kommentierte: „Solche Großveranstaltungen (auch Formel 1) betrachte ich schon lange als absoluten Irrsinn“ und traf damit den Tenor anderer verärgerter Anwohner.

Semschs Meinung nach seien „die Opfer solchen Wahnsinns“ die Bürger Hockenheims und der umliegenden Gemeinden, „die einerseits immer wieder gebetsmühlenartig zu Drosselung und Mäßigung ihrer Lebensweise aufgefordert – also mit Einschränkungsmöglichkeiten ,weniger ist mehr‘ konfrontiert werden“, aber immer wieder feststellen müssten, dass „ der maßvolle Umgang mit Ressourcen und der Umweltschutz von Abgasen weggeblasen wird“. Ein gemütliches Verweilen im Freien, in Eisdielen oder Biergärten, sei durch den Gestank der im Stau stehenden Autos für mehrere Stunden unmöglich gewesen, zumal die Fans „alle Durchfahrts- und die meisten Seitenstraßen dicht“ gemacht hätten, befand Semsch.

Marcel Will antwortete darauf: „Eis mit Abgas-Geschmack? Was ein Unsinn. Ich wohne fünf Meter von einem der Großparkplätze für die Veranstaltung entfernt. Ich finde, mein Abendessen hat ganz gut geschmeckt auf der Terrasse“. Und auch Jürgen Mauer fühle sich „nicht als Opfer. Als ich nach Hockenheim gezogen bin, wusste ich, dass es hier ab und zu laut wird, da es das Motodrom gibt. Wenn mich das stört, muss ich in eine andere Stadt ziehen“, kommentierte er.

Harald Schlumpp zeigte sich von der Diskussion ein wenig genervt. „Jessers Gott – anstatt es einfach mal schön zu finden, dass so viele Leute auf einmal Spaß und Freude haben“, schrieb er nur.

Andere nutzen die Situation nicht, um ihrem Ärger Luft zu machen, sondern entwickelten kurzerhand ein Geschäftsmodell. Tim Weiskat etwa bot „einen Parkplatz bei mir mit Shuttleservice“ an. 50 Euro verlangte er dafür. Auf die Frage, ob die Anreise dann mit dem Hubschrauber erfolge, kommentierte er ganz trocken: „Romy Bleuel Fahrrad. In der Schwetzinger Hardt gibt’s keinen Stau. 20 Minuten und man stehst vor der Haupttribüne oder an der Ostkurve“. cao

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