Hockenheim

Gemeinderat Mitarbeiter in systemrelevanten Einrichtungen der Stadt arbeiten im Zweischichtbetrieb / Automatisierungs- und Prozessleittechnik der Kläranlage wird modernisiert

Handlungsfähigkeit soll jederzeit gewährleistet bleiben

Die Elimination von Phosphor aus dem Abwasser auf der Kläranlage soll deutlich verbessert werden. Das Klärwerk soll mit einer optimierten und vollautomatischen Fällmitteldosieranlage ausgerüstet werden, die eine bedarfsgerechte Dosierung von Fällmittel erlaubt. Dafür muss auch die Prozessleit- und Automatisierungstechnik erweitert und umgerüstet werden. Der Gemeinderat hat den Auftrag im für 274 000 Euro mit einstimmigem Beschluss an die Firma Baade M2M-Solutions aus Bad Camberg vergeben.

Wie die städtische Tiefbauabteilung in der Beschlussvorlage schildert, ist das Prozessleitsystem seit der Erstausrüstung in den Jahren 2007 bis 2009 noch in seinem Ursprungszustand. Eine Sanierung der wesentlichen Hardwarekomponenten sei alters- und nutzungsbedingt notwendig, um einen unvorbereiteten Ausfall des Gesamtsystems und mögliche Auswirkungen auf den Betrieb und die Qualität der Abwasserreinigung ausschließen zu können. Vier Unternehmen hatten Angebote abgegeben.

Sämtliche Dienste neu organisiert

Oberbürgermeister Marcus Zeitler unterstrich die Notwendigkeit des Bauteils, um die Kläranlage als systemrelevante Einrichtung am Laufen zu halten. Er ergänzte, dass deren Betrieb personell in einen Zweischichtbetrieb eingeteilt sei, so dass auch bei einem krankheitsbedingten Ausfall eines Teils der Mitarbeiter die Einsatzfähigkeit gewährleistet bleibe.

Das gelte auch für die Bereiche Wasser, Abwasser, Strom, Gas und Bauhof. „Wir haben überall Teams gebildet“, berichtete Zeitler. Am Hockenheimring werden alle Beteiligten ab 1. April in Kurzarbeit geschickt, ebenso ist bei Stadthalle und Rondeau Kurzarbeit angesagt.

Ab Montag, 30. März, werde ein neuer Regelbetrieb im Rathaus eingeführt, bei dem jeweils ein Trupp der Mitarbeiter von zu Hause arbeitet und einer im Rathaus. Das sei keine Freistellung, sondern Tätigkeit im Homeoffice. Jedes Amt werde so aufgeteilt, dass alle Abteilungen voll funktionsfähig sind, betonte der Oberbürgermeister.

Die Stadtwerke hätten eine räumliche Trennung nach Stockwerken eingeführt und in Schulen und Kindergärten sei die Notbetreuung organisiert. Diese laufe hervorragend. Zeitler: „Ein dickes Lob an alle, die dazu beitragen, dass das System läuft und wir weiterhin unsere Arbeit machen können.“ Er und Bürgermeister Thomas Jakob-Lichtenberg erhalte derzeit rund 200 E-Mails nur mit dem Betreff „Corona“. mm

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