Hockenheim

Verein für Heimatgeschichte Winzermuseum gibt Einblick in historische Arbeitsweise auf dem Land

Handwerk anno dazumal

Mit großen Erwartungen stand die Gruppe des Vereins für Heimatgeschichte vor dem eisernen Tor des ehemaligen speyerisch-fürstbischöflichen Schlosses von Rauenberg. Hierin hat das 1964 gegründete Winzermuseum eine ideale und vielbewunderte Heimstadt gefunden.

Museumsführer Jochen Kyek begrüßte die Gäste aus der Rennstadt im Hof des historischen Gebäudes zu einem interessanten Rundgang durch das Museum, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Name „Winzermuseum“ täuscht im ersten Moment, denn nicht allein Weinbau und Kellerwirtschaft sind im Museum dargestellt, sondern die ganze dörfliche Umwelt der Winzerfamilien um den Letzenberg, des Angelbachtals und des Kraichgaus. Auf über 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche findet eine eindrucksvolle Reise in die Vergangenheit statt. Die Kellergewölbe, die kreuzgratgewölbten Hallen sowie insgesamt 14 Räume im Erdgeschoß und im Hof werden für die wirklichkeitsgetreue Präsentation der Exponate genutzt.

Überwiegend im Nebenerwerb

So ist die Arbeit im „Wengert“ dargestellt. Die Besuchergruppe wurde darüber informiert, dass in der Region der Weinbau überwiegend von Freizeitwinzern im Nebenerwerb betrieben wird. Haupterwerb waren andere Landwirtschaftszweige, Handwerk oder recht früh Industriearbeit (Zigarrenfabrik Landfried, Ziegelei Bott). All diese Bereiche sind im Museum vertreten. Um die große Baumkelter gruppieren sich in der Weinbauabteilung Winzergerät sowie Fasslager.

Ebenso begeistern der Wagenpark und das angegliederte Handwerk des Küfers und Schnapsbrenners. Werkstätten vom Bäcker, Metzger, Wagner, Schmied, Sattler, Schneider und Schuhmacher runden das Bild ab. Die Winzerwohnung zeigt Küche, Wohn- und Vorratsbereich und alle gebräuchlichen Gerätschaften. Aber noch vieles mehr wird dem erstaunten Besucher bei der kurzweiligen Führung geboten. Museumsführer Kyek würzte seine Ausführungen durch verschiedene Anekdoten und weckte damit immer wieder die Aufmerksamkeit der Gruppe.

Schlüssige Verbindung

Diesem Museum gelingt es ausgezeichnet, die unterschiedliche Zugehörigkeit der Exponate mit der Winzerei zu verbinden. Deshalb auch der Name „Winzermuseum“. Zum Abschluss der Führung bedankte sich der Vorsitzende des Vereins für Heimatgeschichte, Werner Zimmermann, nicht nur bei Jochen Kyek sondern auch bei Werner Pfisterer, der die Fahrradtour geplant und die Gruppe verkehrssicher durch Wald und Weinberge geführt hatte. wz

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