Hockenheim

Stadtradeln Team der Grünen fährt auf den vierten Platz / Noch über 40 Bauplätze in Hockenheim Süd / Elke Dörflinger: Stadt soll soziale Verantwortung wahrnehmen

Heimat mit allen Facetten bewusst wahrnehmen

Radeln für ein gutes Klima, lautete vom 20. September bis zum 10. Oktober das Motto Klimabündnis, zu dem sich ein Netzwerk europäischer Kommunen zusammengeschlossen hat. Auch in Hockenheim haben 22 Teams mit 137 aktiven Radlern 21 Tage lang über 21 353 Kilometer Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückgelegt, wie die Grünen in einer Pressemitteilung schreiben.

Regen, kalte Temperaturen und frischer Wind hielt die Grünen, die Mitglieder der Stadtratsfraktion vorneweg, nicht davon ab, sich auch dieses Jahr am Stadtradeln zu beteiligen. Ausgangspunkt der verschiedenen Touren war jeweils der Zehntscheuneplatz. „Es war ein Gemeinschaftserlebnis der besonderen Art und eine gute Gelegenheit, unsere Heimatstadt mit all ihren Facetten bewusst wahrzunehmen und sich auszutauschen“, zog der Teamkapitän, Stadtrat Oliver Grein, ein überaus positives Resümee. Die lokale Konkurrenz war sehr stark. Aber immerhin konnte das Team Grüne Hockenheim wieder den vierten Platz erreichen und legte beachtliche 1 721 Kilometer zurück, stellte Grein zufrieden fest.

Auf dem Weg durch die Obere Hauptstraße vergewisserten sich die Radtour-Teilnehmer über die geplante Umsetzung der vorgesehenen Bauabschnitte. „Zu erwarten ist, dass die Umgestaltung des Straßen- und Gehwegraumes verbunden mit der Reduzierung des Tempolimits auf 30 Stundenkilometer zu einer Steigerung der Wohn- und Wohnumfeldqualität führt“, merkte Stadtrat Christian Keller an. „Gute Ergebnisse brauchen ihre Zeit,“ erinnerte Altstadtrat Michael Behr an eine „Tour de Hoggene“ im Jahr 2008, bei der die Grünen ein Sanierungsgebiet im Blick hatten und einen einer Großen Kreisstadt würdigen Stadteingang vorschlugen.

Reges Leben bis in die 1960er Jahre

An den Breitwiesen angekommen, zeigte Adolf Härdle den Verlauf des Alten Kraichbachs mittels einer alten Karte auf. Die Naturräume in den Gewannen Breitwiesen, Markgräfer Bruch und Oberbruch seien historisch von großer Bedeutung und sollten in ihrem Bestand erhalten bleiben. Der aktuell niedrige Wasserstand des Kraichbachs lasse nicht vermuten, dass hier bis in die 1960er Jahre reges Leben herrschte und von der Kraichbachbrücke aus manch gelungener Kopfsprung vorgeführt wurde.

Weiter ging die Fahrt über den Hubäckerring entlang in Richtung Hockenheim Süd. Über 40 Bauplätze warten hier noch darauf, bebaut zu werden, informierte Härdle. Einig war man sich, dass aktuell die Innenentwicklung mit gutem Grund Vorrang vor einer flächenverbrauchenden Bebauung im Außenbereich habe.

Dass sich der Einsatz für den Wald, traditionsgemäß eine immer wiederkehrende Aufgabe der Grünen seit ihrem Bestehen Anfang der 1980er Jahre, lohne, darüber konnten sich die Fraktionsmitglieder im Stadtwald C4, auf dem Pflanzfeld der Hockenheimer Grünen, vergewissern. Die Setzlinge zeigten sich in einem Zustand, der hoffen lässt, zeigte sich Keller optimistisch.

Vorbei an den Sportplätzen, am Friedhof entlang, näherte sich die wetterfeste Radlertruppe, kräftig in die Pedale tretend, auf dem Radweg der Nord-Ost-Umgehung, dem Landesgartenschaugelände. Der nördliche Bereich des Gartenschauparks in Höhe der ehemaligen Minigolfanlage eigne sich in besonderer Weise für einen Skaterpark, ergänzende Freizeitangebote bieten sich an, sehen sich die Grünen in ihrer Haltung bestätigt. „Die Interessen und Bedürfnisse der Jugendlichen sind ernst zu nehmen“, meinte Grein. Dass der Parkkindergarten im ehemaligen Ranco-Gebäude aufgrund seines baulichen Zustands einem Neubau weichen muss, wurde den Tourteilnehmern vor Ort schnell klar.

Vielfalt an Bildung und Betreuung

„Die Stadt hat es in den zurückliegenden Jahren geschafft, eine Vielfalt an Bildungs- und Betreuungsangeboten für die Familien in Hockenheim einzurichten“, stellte Elke Dörflinger anerkennend fest. Seit vielen Jahren werde an den Grundschulen eine Betreuung von Schülern auch außerhalb der üblichen Unterrichtszeiten angeboten. Tagespflege durch Tagesmütter, Betreuungseinrichtungen für Kinder unter und über drei Jahren und sieben Schulen einschließlich einer Beruflichen Schule runden das Angebot ab. Bei drei Kindertagesstätten liege die Trägerschaft aktuell bei der Stadt. Für Dörflinger ist wichtig: „Diese Vielfalt an Trägern und Einrichtungen möchten wir in Hockenheim bewahren und weiter ausbauen – so wie es einer sozialen Stadt mit der Größe von Hockenheim entspricht. Die Stadt hat die soziale Verantwortung wahrzunehmen und ist als verlässlicher Arbeitgeber für Erzieherinnen und Erzieher gefordert.“

Gerade in Zeiten von Corona müsse die Gefahr einer Isolierung der Verwaltung und der ehrenamtlichen Mandatsträger vermieden werden, heißt es in der Pressemitteilung der Grünen. Die Hoffnung auf Präsenzveranstaltungen, bei denen in Workshops Bürger und weitere relevante Akteure sich aktiv in den Erarbeitungsprozess des klimafreundlichen Mobilitätskonzepts und des Gesamtstädtischen Entwicklungskonzepts (GEK) einbringen, dürfe nicht aufgegeben werden. Am Endpunkt in der Karlsruher Straße angekommen, war für die Mitglieder des Teams klar: „Stadtradeln für ein gutes Klima – 2021 sind wir wieder dabei.“ ah

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