Hockenheim

Skiclub Mitglieder auf großer Radrundfahrt durch das Biosphärenreservat Pfälzerwald/Vosges du Nord

Hitzeschlacht auf Anstiegen im Elsass

Archivartikel

Es war schon eine sehr anstrengende Radtour durch das Elsaß. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord war die landschaftlich beeindruckende Kulisse dieser Radtour des Skiclubs, welche sich Wanderwart Walter Köhler ausgesucht hatte. Bei hochsommerlichen Temperaturen von 30 Grad ging es oft in der Prallsonne bergauf und bergab, wo die Temperaturen noch viel höher empfunden wurden.

Bei Wissembourg startete die zwölfköpfige Radlergruppe mit bepackten Rädern zu dieser Rundtour, die oft durch wildromantische Streckenabschnitte führte. Im Lautertal aufwärts bis Rumbach, wo in Richtung Süden geschwenkt wurde, waren die Anstiege noch harmlos. Richtig zur Sache ging es dann nach Lembach, wo das Elsaß erreicht war – nicht sehr lange, dafür aber häufige Anstiege bis zu zehn Prozent waren die Regel. Auf den Bergkuppen angekommen wurden die Radsportler mit Ausblicken auf eine einzigartige und reizvolle Hügellandschaft belohnt.

Zuerst kam Erleichterung auf, als nach Ingwiller der Radweg wieder in den Wald eintauchte und die Temperaturen erträglicher wurden. Ab jetzt begann eine kilometerlange Bergauffahrt bis zu dem altertümlichen und romantischen Bergdorf la Petite-Pierre, mit seiner Burg Lützelstein und seinem historischen „Städtel“.

Nach einer rasanten Abfahrt zum Übernachtungsquartier Auberge d‘Imsthal unterhalb von la Petite-Pierre lagen knapp 90 Kilometer und 1000 Höhenmeter hinter der Gruppe. Mitten im Wald an einem kleinen See gelegen, abseits der „Zivilisation“, setzte in dem gemütlichen und schattigen Biergarten eine Tiefenentspannung in der Radgruppe ein. Jeder war froh und stolz, dass er diese „Gewalttour“ ohne Probleme und Unfall gemeistert hatte.

Die Kultur sollte nicht zu kurz kommen und es wurde am nächsten Tag noch ein Abstecher zu den „Blauen Felsenhäusern“ von Graufthal unternommen. Wie Schwalbennester kleben die kleinen Häuser an dem roten Sandsteinfelsen, die nur durch eine ausgewaschene Felsentreppe erreichbar sind. Diese sind heute ein Museum und zeigen, in welchen einfachen und beschwerlichen Verhältnissen die Menschen früher gelebt haben. Noch in den 1950er Jahren hat dort die bekannte „Felsenkaeth“ ohne elektrischen Strom und fließend Wasser gewohnt.

Der Sonne entgegen

Auf einem schlechten Waldweg entlang dem Flüsschen Zinsel wurde das Waldgebiet verlassen und die Sonne konnte wieder „genossen“ werden. Wunderschöne Fachwerkstädtchen wurden durchfahren, allen voran der Ort Bouxwiller, der mit seinem abwechslungsreichen Fachwerk-Ensemble eine Besonderheit darstellt.

Ab Soultz begannen wieder die Bergetappen. An diesem Tag war es noch wärmer und schwüler als zuvor und jeder noch so kleine Anstieg wurde als große Anstrengung empfunden. Trinken galt dann als oberstes Gebot – Tagesrationen von bis zu fünf Liter waren keine Seltenheit. Nach 95 Kilometer und 730 Höhenmeter wurde die Runde geschlossen und Wissembourg wurde erreicht, wo sich die Radler zur Abkühlung ein Eis gönnten.

Jeder der Teilnehmer meinte zur Tour: Schön, abwechslungsreich, anstrengend und heiß, aber besser als Regen. Gerade bei einer Altersstruktur von 56 bis 73 Jahren ist diese enorme Belastung eine besondere Herausforderung. Erfahrung mit Mehrtagestouren, Ehrgeiz und entsprechendes vorheriges Radtraining trägt natürlich hier auch zum Gelingen bei. wk

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