Hockenheim

Neujahrsempfang Justiz- und Europaminister Guido Wolf betont in seiner Rede die Wichtigkeit der Verständigung / Stadt bekommt eine eigene Hymne

Hockenheim als Botschafter für Europa

„Auf ins Jubiläumsjahr“ lautete das Motto beim gestrigen Neujahrsempfang in der Stadthalle. Dass dieses ein Jahr der Freude werden soll, machte die Stadtkapelle mit ihrem Eröffnungsstück den rund 700 Besuchern deutlich. Mit der Hockenheim-Hymne von Conny Conrad wurde der Rennstadt gar ein eigenes Loblied gesungen. Erstmals war der Saal bestuhlt und waren Eintrittskarten vergeben worden. Aber es war eben ein besonderer Neujahrsempfang.

Die Festrede hielt dieses Mal nicht Oberbürgermeister Dieter Gummer, sondern der baden-württembergische Minister der Justiz und für Europa, Guido Wolf. Wolf stellte fest: „Mobilität und Hockenheim – das gehörte schon immer zusammen.“ Von uralten Völkerwegen, die Hockenheim kreuzten, bis zum Hockenheimring, der als globales Aushängeschild und Anziehungspunkt der ganzen Metropolregion wirke, präge die Mobilität die DNA der Stadt. Mit tausenden Motorsportbesuchern zeige die Stadt jedes Jahr aufs Neue, wie Völkerverständigung funktioniert.

Wolf, der in seiner Freizeit gerne dichtet, griff auch eine Bemerkung Dieter Gummers aus dessen Begrüßungsrede auf. Die Kurpfälzer Gastfreundschaft lobend, ergänzte er verschmitzt den Ausspruch „In Hoggene is’ immer was los“ um den Reim „In Hoggene hoggsch nie aufm Droggene.“

Geist der Versöhnung

Doch nicht nur der Gastfreundschaft wegen sei Hockenheim eine Vorzeigestadt für Europa. Auch die Partnerschaft mit Commercy zeige, dass der europäische Geist dort in besonderem Maße gelebt werde. Die Partnerschaft leiste einen entscheidenden Beitrag für das gute Verhältnis der beiden Staaten. „Es ist der Geist der Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich, verbunden mit dem sehnlichen Wunsch nach anhaltendem Frieden, der für Europa so identitätsstiftend gewesen ist“, sagte Wolf. Und dieser europäische Gedanke sei wichtiger denn je. Regierungen einzelner Mitgliedstaaten wie in Polen, Ungarn oder Rumänien bauten für jeden sichtbar rechtsstaatliche Strukturen zurück. „Das ist nicht nur bedenklich, das ist indiskutabel und für Europa verhängnisvoll“, sagte Wolf.

Um die Zukunft meistern zu können, brauche es einen verlässlichen Partner, der die freiheitlich-demokratische Grundordnung teile und in der Not immer an Deutschlands Seite stehe. Über Jahrzehnte habe es diesen Partner mit den Vereinigten Staaten gegeben, deren Politik mit der aktuellen Regierung weitgehend unwägbar geworden sei. Gleichzeitig steige der Einfluss autokratischer Systeme wie in China, Russland oder der Türkei.

Gemeinsam Lösungen finden

Dies verdeutliche die Wichtigkeit Europas und einer funktionierenden EU. Nur zusammen könnten deren Staaten Lösungen finden. Ebenso wichtig sei aber das Engagement des Einzelnen. Wolf warnte vor denen, die behaupten, man könne nicht gleichzeitig überzeugte Hockenheimer und auch Europäer sein. Ob über Städtepartnerschaften oder ein Aushängeschild wie den Hockenheimring könne jeder Einzelne zum Gelingen Europas beitragen: „Sprechen Sie über die Stadt Hockenheim als europäischen Botschafter. Eine Stadt, die nach über tausend Jahren nun größer und erfolgreicher denn je ihr 1250-jähriges Bestehen feiert.“

Info: Weitere Bilder finden Sie unter www.schwetzinger-zeitung.de

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