Hockenheim

Rettungskräfte Übungsdienst wegen Corona-Vorschriften bis 31. Dezember eingestellt / Trotzdem bislang 237 Einsätze bewältigt / Geplante Neuerungen werden umgesetzt / Nachwuchs lernt online

Hockenheimer Feuerwehr ist auch in Pandemie für Bürger da

Derzeit ist es ruhig auf den Straßen geworden. Nicht nur, weil die kalte Jahreszeit vor der Tür steht, sondern vor allem auch aufgrund der aktuellen Einschränkungen. Wenn aber die großen roten Autos mit Blaulicht und Martinshorn durch die Hockenheimer Straßen fahren, wissen die Bürger, dass ihre Feuerwehr immer da ist – auch in Zeiten von Corona.

Von den derzeitigen Einschränkungen sind auch die Feuerwehren betroffen: „Aufgrund der Empfehlungen des Landesfeuerwehrverbands und der Kreisführung wurden Maßnahmen getroffen, um das Ansteckungsrisiko innerhalb der Feuerwehr auf ein Minimum zu reduzieren. Neben dem Schutz des Einzelnen steht dabei vor allem die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft für die Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund“, erklärt Kommandant Franz Sommer.

Dies habe dazu geführt, dass bereits von März bis einschließlich August alle Veranstaltungen abgesagt wurden und der Übungsdienst vorübergehend ausgesetzt werden musste. Nachdem die Wehr im September und Oktober vier Übungen in Kleingruppen und unter strengen Hygienevorgaben abhalten konnte, wurde nun erneut der Übungsdienst bis vorerst einschließlich 31. Dezember eingestellt, heißt es in einem Pressebericht der Feuerwehr.

Spezialausrüstung in Extraboxen

Trotzdem sitzen die Handgriffe bei den Floriansjüngern. Das haben die Kameraden beim bisherigen Einsatzgeschehen mit 237 Einsätzen (Stand 19. November) auch während der Corona-Zeit schon unter Beweis gestellt. Während der Einsätze gelten strenge Hygienevorgaben. So tragen die Kräfte immer eine Mund- und Nase-Bedeckung. Wenn es die Lage erfordert, steht darüber hinaus weitere Schutzausrüstung, wie Schutzbrillen, FFP2-Masken und Einmalanzüge zur Verfügung. Hierfür wurden auf den Fahrzeugen „Corona-Boxen“ verlastet, in denen die Schutzausrüstung mitgeführt wird.

Im Gerätehaus wurden Aufenthaltsbereiche eingerichtet, um auch dort dem vorgeschriebenen Mindestabstand entsprechen zu können. Sobald außerdem die Rückmeldung von der Einsatzstelle erfolgt, dass kein weiteres Personal benötigt wird, verlassen die im Gerätehaus wartenden Einsatzkräfte dieses umgehend, um die Kontaktzeit so kurz wie möglich zu halten.

Nach den Einsätzen werden abschließend alle Kontaktflächen und Gerätschaften gründlich desinfiziert. All diese Maßnahmen tragen neben den Veranstaltungsabsagen und dem Aussetzen des Übungsdienstes zur Minimierung des Ansteckungsrisikos bei und werden von allen Kameraden konsequent umgesetzt.

Weil auch die Kameradschaft derzeit zu kurz kommt und die wöchentlichen Treffen ausfallen müssen, wurden die „Feuerwehr Hockenheim News“ eingeführt, mit denen die Kameradinnen und Kameraden regelmäßig per E-Mail über alle Neuigkeiten rund um die Feuerwehr informiert werden.

Knoten werden zuhause geübt

Auch die Jugendfeuerwehr ist von den Einschränkungen betroffen. Hier gelten die entsprechenden Vorgaben ebenfalls, sodass der Übungsbetrieb eingestellt werden musste und sämtliche Veranstaltungen abgesagt wurden. Die Jugendleitung hält auf dem digitalen Wege engen Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen.

Dabei werden Online-Lernangebote zur Verfügung gestellt und in den Ferien finden die jungen Mitglieder regelmäßig kleine Aufmerksamkeiten im Briefkasten. So wurden den Kindern und Jugendlichen neben einer „Gummibärchen-Lieferung“ auch Feuerwehrleinen zur Verfügung gestellt, um zuhause Knoten üben zu können.

Die Jugendleitung arbeitet weiterhin an neuen Ideen, um auch die kommende Zeit überbrücken zu können. Neben der Einsatzmannschaft hofft also auch die Jugendfeuerwehr, bald wieder gemeinsam üben zu können.

Trotz aller Umstände in diesem Jahr ist man bei der Feuerwehr Hockenheim froh, dass das große Jubiläum bereits im vergangenen Jahr begangen wurde und alle Feierlichkeiten ohne Einschränkungen durchgeführt werden konnten. Unter den aktuellen Umständen wäre dies nicht möglich gewesen – einige Feuerwehren im Rhein-Neckar-Kreis mussten die für das Jahr 2020 geplanten Feierlichkeiten auf unbestimmte Zeit verschieben.

Funkraum wird umgebaut

Auch mit Corona werden die für das Jahr 2020 geplanten Neuerungen umgesetzt: So wird derzeit der Funkraum im Feuerwehrgerätehaus umgebaut und um den neuen Digitalfunk ergänzt. Die Planungen für das kommende Jahr sind außerdem bereits angelaufen – mit der Hoffnung, sich dem gewohnten Alltag wieder etwas nähern zu dürfen, heißt es in der Pressemitteilung der Feuerwehr abschließend. zg

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