Hockenheim

Pumpwerk Die Band Lava um Frontmann Alex Auer begeistert mit individuellen Coverversionen und neuen eigenen Songs / Bruno Mars trifft auf Queen

Ihre Medleys beleben die Tanzfläche

Das ist fast schon Tradition auf der Rockbühne im Pumpwerk: Die Band „Lava“ sorgte mit ihrem „Song-Recycling der besonderen Art“ am Samstagabend vor vollem Haus für mitreißende Stimmung. Was darunter zu verstehen ist, wurde von Sänger und Gitarrist Alex Auer schnell erklärt: „Wir machen Lieder kaputt und machen sie tanzbar.“

Ausführlicher heißt das, dass Klassiker der Rock- und Soulgeschichte in neue, oft eigenwillige Gewänder gesteckt und dann mit neueren Hits aus der Popwelt kombiniert werden. Eine Kombination aus Guns’n’Roses’ „Sweet child o’mine“ und Soundgardens „Black hole sun“ wird beispielsweise zum Medley „Black Hole Funk“ stilisiert. Dann wieder wechseln aktuelle Hits von Bruno Mars mit Queen oder die Red Hot Chili Peppers mit Phil Collins ab. Immer haben die Musiker dabei ein besonderes Gespür für die einzelnen Songs, die nie zur Unkenntlichkeit verändert werden und doch die individuelle Handschrift von „Lava“ tragen.

Gefühlvolle Eigenkomposition

Aber nicht nur das, auch eigene Kompositionen wie „Dis’n’Dat“ rundeten die Show ab. Von Alex Auers im Januar erschienen Solo-Debutalbum „Much better“ gab es das gefühlvolle „You’ve lost someone“ als Vorgeschmack.

Das beeindruckende Zusammenspiel von Frontmann Auer, Alexander Hartmann an den Keyboards und der Trompete, Boris Angst am Schlagzeug und Rolf Breyer am Bass zeugte von der langjährigen gemeinsamen Bühnenerfahrung der Jungs. Ihre Soli heizten die sowieso schon gute Stimmung immer wieder an. Einziger Wermutstropfen des Abends war die krankheitsbedingte Abwesenheit von Jesse Günther an den Percussions, der jedoch durch Michael Fischer würdig vertreten wurde.

Während in den ersten Reihen von Anfang an mitgetanzt und mitgegroovt wurde, breitete sich der Bewegungsdrang spätestens zu „ABC“ der Jackson Five auch auf den Rest der Menge aus, die von den Musikern immer wieder zum Mitsingen animiert wurde.

Einzigartiger Stil

Der Flirt mit dem Publikum kam dem Heidelberger Alex Auer in seiner zweiten Heimat sichtlich leicht über die Lippen: „Ihr seid so heiß heute, da verstimmt sich meine Gitarre!“ Kurz vor Schluss packte er dann die extremen Gitarrenkünste aus und spielte das vorerst letzte Solo der Show im Jimmy-Hendrix-Style mit der Zunge und dann der Gitarre hinter dem Kopf. Dass dem eine Zugabe folgen musste, war dann keine Frage mehr. Wie Auer im Traum von Funk-Meister James Brown befohlen wurde, brachten die Versionen von „Whole lotta love“ von Led Zeppelin und „Killing in the name“ von Rage Against the Machine die Band zurück auf die Bühne. Wie schnell drei Stunden vergehen können, zeigte sich dann, als kurz vor Mitternacht die letzte Zugabe „I want to hold your hand“ von den Beatles für Gänsehaut sorgte.

Zuschauer Volker Hensel, der die Band zum zweiten Mal live sah, brachte die Besonderheit von „Lava“ nach dem Konzert auf den Punkt: „Die Jungs sind für mich außergewöhnliche Musiker, weil sie covern, aber in ihrem ganz eigenen Stil. Das ist einzigartig für das Rhein-Neckar-Dreieck“, so der Heidelberger.

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