Hockenheim

Verein für Heimatgeschichte Besuch der Ausstellung „Königskinder“ in Heidelberg / Von Friedrich V. bis zur Liselotte von der Pfalz / Geschichte der Kurpfalz geprägt

Im Dreißigjährigen Krieg wird er zum Winterkönig

Archivartikel

Hockenheim.Der Verein für Heimatgeschichte hatte zum Besuch der Ausstellung „Königskinder – Das Schicksal des Winterkönigs und seiner Familie“ ins Kurpfälzische Museum Heidelberg eingeladen, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Schicksal von Pfalzgraf und Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz ist untrennbar mit dem Schicksal Heidelbergs, der Kurpfalz und dem Mächteverhältnis in Europa verbunden.

Der protestantische Kurfürst Friedrich V. heiratete 1613 die englische Prinzessin Elizabeth Stuart. Die Hochzeit ging als „Vermählung von Themse und Rhein“ in die Geschichte ein. Elizabeth und Friedrich waren das Traumpaar des 17. Jahrhunderts. Die Ausstellung zeigt Bilder von dem Paar und den Hochzeitsfeierlichkeiten. Heidelberg erlebte eine kurze Blütezeit.

Das sollte sich ändern, nachdem Kurfürst Friedrich V. 1619 zum böhmischen König gewählt worden war. Zu der Zeit schwelte bereits der Konflikt zwischen dem protestantischen Böhmen und dem katholischen Habsburg, der durch den Prager Fenstersturz im März 1618 ausgelöst worden war. Der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken spitzte sich zu. Der Dreißigjährige Krieg hatte begonnen, nahm europäische Dimensionen an und wurde zu einer großen Katastrophe für die Menschen in Deutschland.

Die ausgestellten Exponate, Gemälde, Graphiken, Flugblätter, Münzen, Medaillen und Medaillons, teilweise Leihgaben anderer Museen in Europa, spiegeln das politische Geschehen jener Zeit wider.

Als „Winterkönig“ verspotteten seine Gegner Friedrich V., denn er verlor die „Schlacht am Weißen Berg“ im Jahr 1620 und musste nach nur einem Jahr Regentschaft fliehen. Ein Gemälde von der Schlacht am Weißen Berg und den Generalen sind in der Ausstellung zu sehen. Friedrich V. und Elizabeth gingen ins Exil zu Verwandten nach Den Haag.

Einen breiten Raum nehmen die Bilder von Leben der Familie Friedrichs und Elizabeths in Den Haag ein. Eindrucksvoll sind die Bilder von den Kindern des Paares. Das abgebildete Jagdschloss in Rhenen war für Friedrich und Elizabeth zum Heim abseits der Politik geworden. Die dreizehn Kinder hatten hier alle Freiheiten. Auf zahlreichen Gemälden sind sie verewigt. Nach dem Tod ihres Mannes 1632 ist Elizabeth auf den Gemälden nur noch schwarz gekleidet. Sie kämpfte vor allem um die Rechte ihrer Kinder.

Einige Kinder machten Karriere, so zeigen Bilder den Sohn Ruprecht von der Pfalz als Admiral der Royal Navy. Bilder ihres Sohnes Karl Ludwig zeigen ihn als Nachfolger Friedrichs V. nach dem Westfälischen Frieden 1648. Die Ausstellung zeigt auch ein großes Gemälde von „Liselotte von der Pfalz“, der Tochter Karl Ludwigs und somit Enkelin Friedrichs V. und Elizabeth Stuarts. hr

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