Hockenheim

Liedertafel Ferienkinder tauchen im Schwetzinger Schloss in die Geschichte ein / Statt Dusche nur ein Wasserkrug

Im Schlafgemach des Kurfürsten

Hockenheim/Schwetzingen.Von Sängerinnen des Frauenchores der Liedertafel in Empfang genommen, trafen sich insgesamt 23 Kinder am Hockenheimer Bahnhof, um beim Kinderferienprogramm gemeinsam das Schwetzinger Schloss sowie den Schlossgarten zu besichtigen. Das schreibt der Chor in einer Pressemitteilung.

Nach der gemeinsamen Zugfahrt und einem kleinen Fußmarsch zum Schloss, hatten die Kinder zunächst die Möglichkeit, eine Kleinigkeit zu trinken und zu essen, bevor die Führung durch das Schwetzinger Schloss mit seinen historischen Gemächern des Kurfürsten Carl-Theodor und dessen Gemahlin Elisabeth Auguste begann.

Klingel für die Diener

Zuerst wurden die spärlich ausgestatteten Wohnräume der Diener besichtigt. Darin befand sich eine sogenannte Bettkastenlade, welche am Tage als Tisch und abends als Bett benutzt wurde. Ebenso befand sich an der Decke eine Klingel, die vom Kurfürsten oder dessen Gemahlin betätigt wurde, um die Dienerschaft herbeizurufen. Im Anschluss wurde dann das Schlaf- und das Schreibzimmer von Kurfürst Carl-Theodor besichtigt. Vorbei an dessen großem Beratungszimmer schlossen sich die Gemächer seiner Gemahlin an. Gespannt lauschten die Kinder den Ausführungen, die sowohl spannend als auch kindgerecht über die Lebens- und Wohneigenschaften des Adels im 18. Jahrhundert berichteten. Insbesondere die Waschgewohnheiten der damaligen Zeit lösten bei den Kindern großes Erstaunen aus. Statt Waschbecken und einer Dusche fanden die Kinder in den Wohnräumen lediglich einen Wasserkrug vor. Die Wäsche selbst fiel in der damaligen Zeit aus Angst vor Keimen und damit einhergehenden Erkrankungen sehr spärlich aus, so dass auch Kurfürst Carl-Theodor sich „literweise mit Parfum überschüttete“.

Ebenso die Mund- und Zahnpflege löste bei den Kindern Entsetzen aus und sie meinten, dort hätten Karius und Baktus regiert.

Hofknicks einstudiert

Anschließend durften sich alle mit historischen Kostümen verkleiden, es wurde der Hofknicks und ein Menuett einstudiert, was den Kindern – aber auch den Begleiterinnen – großen Spaß bereitete.

Leider zeigte sich der Wettergott nicht besonders wohlgesonnen, denn ein Regenschauer folgte dem nächsten, so dass es witterungsbedingt nur zu einem kurzen Spaziergang durch den Schlossgarten reichte. Etwas Sonne kehrte auf die Gesichter der Kinder durch die Einkehr in eine Eisdiele zurück und krönte einen ereignisreichen Ausflug. Mit dem Zug ging es zurück nach Hockenheim, wo die Eltern ihre Kinder bereits erwarteten und von diesen schon am Bahnsteig von den spannenden Geschichten aus dem 18. Jahrhundert berichtet bekamen. zg

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