Hockenheim

Instrumentalisten kommen aus allen Himmelsrichtungen zum „Flashmob“

Kurz vor 15 Uhr tut sich etwas auf dem Platz vor der Zehntscheune: Mitten im Geschehen des Marktes der Zünfte baut ein Fotograf eine Leiter mit Kamera auf, weitere Fotografen zücken die Apparate – minutenlang tut sich nichts. Aber die Passanten und Besucher des historischen Markts werden aufmerksam. Einige suchen sich einen guten Stehplatz. Handys werden aktiviert, auf „Aufnahme“ gedrückt. Keiner weiß, was kommt. Suchende Blicke.

Dominik Koch, der Leiter des Orchesters der Stadtkapelle, kommt auf den Platz, hebt den Taktstock und Tubist Jürgen Ledermann spielt allein ein paar Töne von „Jupiter Hymn“ aus „Jupiter, the Bringer of Jollity“, dem vierten Satz der Suite „The Planets“ von Gustav Holst (1874-1934). Aus allen Himmelsrichtungen kommen nach und nach Instrumentalisten auf den Platz, gruppieren sich um den Solisten.

Es ist klar: Hier findet gerade ein „Flashmob“ statt. Ein Flashmob ist eine scheinbar spontane Aktion zu der zuvor in sozialen Medien unter Menschen, die sich kennen, aufgerufen wird. Danach startet der Flashmob dadurch, dass ein einzelner oder nur wenige Teilnehmer zum vereinbarten Zeitpunkt mit der vereinbarten Aktion beginnen. Innerhalb weniger Sekunden kommen möglichst viele weitere Teilnehmer dazu und steigen in die Aktion ein.

Mit dem letzten Ton des Musikstücks ist der Spuk, den das Stadtkapellenorchester initiierte, vorbei und noch einmal eindrucksvoll Werbung für das Konzert am gestrigen Sonntagnachmittag in der evangelischen Stadtkirche gemacht. Die überraschten Marktbesucher applaudieren heftig für das unerwartete Intermezzo. zesa

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional