Hockenheim

Tag der Natur Auftakt mit Kinderwanderung / Fachleute der Agendagruppe bringen jungen Interessenten den Wald näher / Exkursion ruft Staunen hervor

Jonathan entdeckt Falter, Insekten, Gräser und Holz

Die kleine Rast auf der Lichtung hatten sich alle verdient. Die Wasserflaschen hielten eine kühle Erfrischung parat und sogar an eine Vesper hatten die Kinder gedacht: Brote, Äpfel & Co. wurden aus den Rucksäcken hervorgezaubert. Energie für eine weitere Etappe der Kinderwanderung, welche der Tag der Natur im Angebot hatte.

So bildeten die Kinder den Auftakt in Stunden voller interessanter Details rund um den Wald, welche die Agendagruppe, die den gleichen Namen trägt, sich für dieses Jahr ins Programm genommen hatte. Elf Kinder trafen sich am Parkplatz neben dem Motodrom und wurden so auf eine ganz besondere Melange aufmerksam gemacht: Hier begegnet sich Mensch und Natur in einer Weise, die nicht passt.

„Der Wald ist einfach schön“

Claudia Wein, Thomas Picke, Horst Eichhorn, Birgit Kaschta, Andreas Rockstein und Helga Christ hatten sich mit Namensschildern versehen und informierten die elf jungen Hockenheimer über die wichtigsten Details ihrer zweistündigen Wanderung. Dazu gehörten natürlich auch, immer gut zuzuhören, der Natur zu lauschen und nicht von den Wegen abzukommen.

Der siebenjährige Jonathan freute sich bereits auf den Wald und seine Bewohner. „Ich hatte Lust auf diese Wanderung, weil der Wald einfach schön ist“, verriet er. Er sollte später noch staunend gestehen, dass er längst nicht alles über Flora und Fauna direkt vor der Haustüre kennt: „Das gefällt mir, was die hier erzählen. Ich wusste nicht, dass man das Alter der Bäume an ihren Ringen bestimmen kann.“ Dazu aber waren Jonathan und seine zehn Alterskollegen längst mit den Fachleuten der Lokalen Agenda Gruppe in den Wald hinein marschiert.

Den Ring und seinen Lärm – an diesem Morgen trainierten Motorradfahrer – ließen sie hinter sich, entdeckten Falter und Insekten, erkundeten Gräser und Totholz und erfuhren von Horst Eichhorn, dass sein Lieblingsbaum die Rotbuche ist. Erkenne man den Baum nur am Laub? Natürlich nicht, viel wichtiger ist die Borke. „Denn die kann man auch im Winter sehen“, betonte Claudia Wein.

In völlig neue Welt eingetaucht

Beeindruckt ließen sich die Kinder erklären, dass die meisten Bäume um sie herum ebenfalls Kinder, maximal Jugendliche sind. Denn tatsächlich gebe es, so Wein, Bäume, die 150 oder 200 Jahre alt werden können. „Ich habe sogar von einem Baum in Mexiko erfahren“, so Horst Eichhorn, „der 1500 Jahre alt ist.“

Über sonnenbeschienene Waldpfade ging es hin zu Bannwald und Baumgruppen, zu kleinen Lichtungen und über Reiterwege. Diese weisen eine besondere Bodenstruktur auf, betonten die Fachleute und die Kinder blickten sich erstaunt um. „Verdichtung“ lautet das Fachwort und Horst Eichhorn verriet den jungen Gästen noch, dass die Pferde diese Wege gerne gingen, weil sie die schon kennen.

Durch den Oberen Saubusch und über den Ziegelweg ging es weiter hinein in den Wald. Eine völlig neue Welt eröffnete sich und die Kinder staunten, hatten viele Fragen und erhielten genauso viele Antworten. Welche Bedeutung hat so ein Wald für die Menschen? Wieso gehen heute nur noch wenige dorthin? Was kann man hier alles erleben?

Der Auftakt in den Tag der Natur war bei den jungen Einwohnern der Rennstadt ohne Umwege angekommen. „Ich denke, damit haben wir unser Ziel erreicht“, betonte Claudia Wein stellvertretend für alle Aktiven des Tages, „denn wir möchten, dass die Kinder wieder öfter in den heimischen Wald gehen und ihn gemeinsam mit ihren Familien mit allen Sinnen erleben.“ Mit dem jetzt erworbenen Wissen können sie sicherlich jetzt selbst zu kleinen Waldführern und -entdeckern werden.

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