Hockenheim

Bürgerinitiative Pro Stadtwald C 4 Putzaktion und Neupflanzung auf Aufforstungsflächen / Setzlinge haben den trockenen Sommer vergleichsweise gut überstanden

Jungen Bäumen das Wachsen erleichtert

Archivartikel

Die Bürgerinitiative Pro Stadtwald C4 (BI) hat eine Putzaktion und Neupflanzung in den Pflanzfeldern vom März im Hockenheimer Stadtwald C4 durchgeführt. Mitglieder und Unterstützer, darunter von der Bürgerinitiative „Rettet den Entenpfuhl!“ nahmen tatkräftig daran teil. Die Helferzahl war aufgrund der Corona-Verordnung auf 20 begrenzt, berichtet BI-Sprecherin Stefanie Garcia Laule.

Forstwirt Volker Ziesling (Wald-AG Greenpeace Mannheim-Heidelberg) führte die Teilnehmer in das Vorgehen bei der Putzaktion ein. Dazu gehörte es, die Bäume in den Pflanzfeldern eine Hand breit von Gräsern zu befreien. Es wurden Holzabfälle verwendet, um die Pflanzen zu düngen, und Totholz wurde um die Pflanzen herumgelegt, um als Wasserspeicher zu dienen und den Rehverbiss zu reduzieren.

Götterbaum und Goldrute entfernt

Außerdem wurde der BI-Pflanzbereich großflächig von Neophyten befreit. Neophyten sind nicht heimische Pflanzen, die die lokalen Gewächse verdrängen. Neophyten wie der Götterbaum, die kanadische Goldrute und die Kermesbeere wurden entfernt oder die Zweige abgeknickt, falls die Exemplare schon zu groß waren. Nützliche Pflanzen wie Ginster, Holunder, heimische Kräuter, die das Baumwachstum fördern, sollten stehenbleiben.

Die Bürgerinitiative hatte schon vorab zum Sammeln von einheimischen Eicheln aufgerufen. Diese wurden dazu verwendet, freigelegte Stellen in weniger bewachsenen Pflanzfeldern und nach der Entfernung von Neophyten zu bepflanzen.

Eine ähnliche Aktion war bereits im vergangenen Jahr mit Kastanien durchgeführt – dem ersten derartigen Einsatz der BI – „und man kann jetzt schon die Erfolge sehen“, teilt Stefanie Garcia Laule mit. Bei einer Besichtigung des Areals der Kastanieneinpflanzung wurden einige Exemplare gefunden, die schon etwa 20 Zentrimeter groß waren.

Die Bürgerinitiative freue sich über den Anwuchserfolg der Patenschaftsbäume der zweiten Pflanzaktion (Stieleiche, Hainbuche, Spitzahorn und Eibe).

Hälfte der Eiben hat überlebt

Die Verluste liegen bei rund 20 bis 30 Prozent. Selbst über 50 Prozent der wintergrünen Eiben haben überlebt – ihr Anwuchs war von vornherein als schwieriger eingeschätzt worden. Volker Ziesling bestätigte, dass diese Werte in Anbetracht des heißen Sommers sehr gut sind. Dies habe die BI auch den Bewässerungsmaßnahmen der Stadt Hockenheim zu verdanken, die die Pflanzfelder bei extremen Trockenperioden in die Bewässerung aufgenommen hat. Ohne diese Maßnahme wären die Verluste wesentlich größer gewesen, ist Stefanie Garcia Laule sicher. zg

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional