Hockenheim

Entsorgung Stadt kooperiert bei Phosphor-Recycling mit AVR

Klärschlamm gemeinsam verwerten

Die langfristig gebührenstabile und sichere Verwertung oder Entsorgung von Klärschlämmen ist das Ziel der „Rhein-Neckar-Phosphor-Recycling GmbH & Co. KG“, in der die Kläranlagenbetreiber im Rhein-Neckar-Kreis zusammenarbeiten wollen. Der Gemeinderat hat einstimmig für diese Zusammenarbeit votiert, in der Hockenheim 7,8 Prozent der Gesellschaftsanteile übernehmen wird.

Thomas Brümmer von der Abfallverwertungsgesellschaft des Rhein-Neckar-Kreises (AVR) stellte das Konzept der „öffentlich-öffentlichen Zusammenarbeit“ vor. Die novellierte Klärschlammverordnung von 2017 verpflichtet alle Kläranlagenbetreiber zur Phosphor-Rückgewinnung. Hockenheim mit einer Ausbaugröße von rund 55 000 Einwohnerwerten muss das bis 2032 schaffen, Kommunen mit Kläranlagen für über 100 000 Einwohnerwerte haben fünf Jahre weniger Zeit. Das Konzept über die Umsetzung des Phosphor-Recyclings hat die Stadt aber bis 2023 vorzulegen, erläuterte Brümmer.

Fast die Hälfte geht außer Landes

Weil die „bodenbezogene Verwertung“, also die Ausbringung auf Feldern, seit Oktober 2017 verboten ist, werden 98 Prozent der Klärschlämme verbrannt, die Hälfte davon außerhalb von Baden-Württemberg. Das habe die Preise in die Höhe getrieben. Eine Aufgabe der Gesellschaft ist daher die Durchführung von (Bündel-)Ausschreibungen zur Klärschlammverwertung und später zum Phosphor-Recycling.

Eine eigene Verbrennungsanlage zu errichten, sei nicht in den Gesellschaftszweck aufgenommen worden, weil die Kläranlagenbetreiber in ihren eigenen Anlagen, die überwiegend aus den 1970er Jahren stammen, vor hohen Investitionen stehen, erklärte Brümmer. Allerdings werde eine Monoverbrennungsanlage auf der grünen Wiese vorgeplant, um gegebenenfalls einen privaten Investor zu suchen, sollten die Marktpreis zu teuer werden. mm

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