Hockenheim

Im Porträt Isolde Encks Weg zur Malerei wird schon in Kindertagen gelegt / Die Tierkommunikation bringt sie zu einer schamanischen Ausbildung

Krafttiere – Wegbegleiter des Menschen

Archivartikel

Beim Betreten des Wohnzimmers fällt einem sofort der Gorilla auf, der einen von der Leinwand anschaut. Etwas Neues hat die Künstlerin Isolde Enck mit diesem Werk ausprobiert. Der Hintergrund in bunten Farben gehalten, der Gorilla in schwarz, mit Farbakzenten von Gelb, Rot und Blau – Pop-Art hat sie fasziniert, sie wollte es selbst ausprobieren, besuchte einen Workshop. Bis zu 15 Stunden sitzt sie an manchen Werken, „aber pauschal lässt sich das nicht sagen, denn das hängt auch von der Technik ab“.

Die Kunst liegt Isolde Enck im Blut, ist ihr in die Wiege gelegt worden. Eltern und Großeltern übten handwerkliche Berufe aus, ebneten Tochter und Enkelin den Weg zur Malerei und zum Zeichnen. Als leidenschaftliche Kinogängerin entdeckte sie mit Mitte 20 die Welt der Filmplakate für sich. Sie zeichnete Kinolegenden wie James Dean und Marilyn Monroe – stellte diese Bilder Ende der 1990er Jahre sogar aus. Dann wurde es lang still. „Aus beruflichen Gründen legte ich eine Schaffenspause ein. Vor zwei Jahren bin ich durch einen Workshop wieder dazu gekommen. Habe richtig Lust am Malen und Zeichnen bekommen“, erzählte Künstlerin Enck im Gespräch mit unserer Zeitung.

Mit Farbe tat sie sich schwer

Überwiegend greift die 52-Jährige zu Pastellkreide und Acrylfarben. Schon in der Jugend arbeitete sie viel mit Kohle und schwarzer Pastellkreide: „Für mich war das einfacher. Ich konnte die Schatteneffekte besser darstellen. Mit Farbe war das schwierig, damit konnte ich nicht umgehen“, sagte sie und lacht: „Das hat auch meine Kunstlehrerin früher schon moniert.“

Die Kunst ist für sie etwas ganz Besonderes – es entspannt. „Gerade wenn man Stress hat, nutze ich das Malen um runterzukommen. Es entspannt mich, gibt mir Ruhe“, sagt die Künstlerin, die nebenbei noch Vollzeit arbeitet. In den vergangenen zwei Jahren malte sie rund 30 bis 35 Bilder. „Es ist einfach wunderbar zu sehen, dass da was Kreatives entsteht. Dass es wächst, Gestalt annimmt und das Werk anfängt zu leben.“

Wie sie zu den Krafttieren kam? Kurze Stille herrscht im Raum, Enck überlegt: „Es liegt wohl auch etwas daran, dass ich selbst zwei Katzen habe. Natur und Tiere liegen mir einfach sehr am Herzen. Aber nur Natur malen, finde ich persönlich etwas zu langweilig“, erklärte sie die Wahl dazu, dass sie auch mal was Neues ausprobieren wollte. Unter dem Motto „Krafttiere“ malt sie, was sie inspiriert – auch Auftragsarbeiten.

Doch die Entscheidung kam nicht von heute auf morgen. Es war ein Prozess, ein Weg, den die 52-Jährige beschritt. Durch ihre zwei Katzen „Happy“ und „Indy“ kam sie zur Tierkommunikation. Fasziniert davon, machte sie vor drei Jahren eine schamanische Ausbildung: „Ich spürte, dass es um uns herum noch wesentlich mehr gibt.“ Sie nahm selbst Kontakt zu ihrem Hauptkrafttier auf – welches das ist, verrät sie nicht. „Ich begann zu verstehen, dass alles miteinander verbunden ist, wir selbst eins mit der Natur sind“, beschreibt sie ihre Gedanken. Ihre Familie und Freunde unterstützte sie bereits auf der Suche nach ihrem Krafttier und malte deren spirituellen Wegbegleiter. „Zwischen Mensch und Tier gibt es eine Verbindung. Jedes Wesen hat seine Eigenarten. Legt man das auf Menschen um, gibt es oft Parallelen“, erklärt sie die Verbindung der Welt zwischen Mensch und Tier. Über einen Schamanen kann man sein Krafttier finden, diese Möglichkeit bietet auch Isolde Enck an.

Wenn sie sich an die Leinwand stellt, hat sie das Endergebnis nicht vor Augen, „aber ich glaube, dass haben die wenigsten Künstler“. Sie hat schon die Idee, was sie machen möchte, zum Beispiel, ob in Farbe oder Schwarz-Weiß. Beim Malen versucht sie dann, die Energie des Tieres in den Malprozess einfließen zu lassen. „Die Person, die davon angesprochen wird, spürt dann sicherlich auch eine Verbindung“, beschreibt Enck das Wirken der Bilder auf den Menschen.

Zufriedenheit mit dem Bild

Dass ein Bild fertig ist, spürt sie. Sie schaut es an und ist zufrieden. Sieht keinen Punkt mehr, an dem sie noch ansetzten müsste. Und was ist mit dem Pop-Art-Gorilla? „Der ist mittlerweile fertig. Allerdings habe ich nach dem Workshop noch eine Weile daran gearbeitet“, erzählt sie mit einem Augenzwinkern, während ihr die Katzen um die Beine laufen, miauen und signalisieren, dass sie ihre Besitzerin nun gerne für sich alleine hätten.

Info: Bilder, Infos zu den Krafttieren und Kontaktdaten unter www.krafttiere-artgalerie.de

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