Hockenheim

Interview Auf die Fragen von Moderatorin Doris Steinbeißer antwortet OB bei seinem letzten Empfang ungewohnt persönlich

Künftig will Gummer öfter präsent sein

So viel Emotion wie gestern Abend hat sich Oberbürgermeister Dieter Gummer in seinen 14 bisherigen Neujahrsempfängen noch nicht erlaubt. Das war wohl der besonderen Form zu verdanken, mit der die Stadt den Start ins Jubiläumsjahr beging. Hatte die Begrüßung durch Gummer noch eher festlich-ernsten Charakter, so lockerte bereits das Interview, das Moderatorin Doris Steinbeißer mit dem OB führte, das Festprogramm auf.

Auf die Frage, was denn die Marke Hockenheim ausmache, erklärte Dieter Gummer, er haben „eigentlich nie woanders OB sein“ wollen. Hier werde das kurpfälzische Gefühl gelebt, Gemeinschaft gepflegt und eine tolle Infrastruktur genossen wie Ring, Zehntscheune, Stadthalle und Gartenschaupark. Dass Hockenheim darüber hinaus großes Engagement auch der Ehrenämtler zu bieten habe, sieht er ebenso als Marke.

Glanz mit Formel 1 und Ed Sheeran

Da passe es einfach, dass dann noch außerplanmäßig die Formel 1 im Jubiläumsjahr zu Gast ist und mit Ed Sheeran ein Weltstar demonstriere, was der Ring als Multifunktionsarena alles bieten könne. Dabei hätten die Verantwortlichen erkannt, dass „bloß Motorsport“ nicht zukunftssichernd sei, sondern sich die Rennstrecke neu ausrichten müsse. Das Porsche Experience Center werde dazu beitragen, dass dies vorankommt, ist Gummer überzeugt.

Das Tagesgeschäft wollte der OB bei all dem Jubiläumsglanz nicht außen vor lassen. Das Hochwasserschutz- und Ökologieprojekt sei ein wesentlicher Beitrag für die weitere Entwicklung der Stadt und habe nach „erheblichem Widerstand“ noch vor einigen Jahren die Bürger überzeugt. Der Wohnungsbau werde vorangebracht, für den Verbleib der beiden Alten- und Pflegeheime wollten Verwaltung und Kommunalpolitik ihren Beitrag leisten, das Sanierungsgebiet Obere Hauptstraße Süd werde weiterentwickelt, und die in den 60er Jahren erbauten Schulen werden saniert.

Dabei nehme die Entwicklung keine Rücksicht auf Legislaturperioden oder die Amtszeit eines OB. Das sei auch gut, weil so andere Überlegungen Fuß fassen könnten. Doris Steinbeißer hakte nach und wollte wissen, wie es mit Gummers politischer Zukunft aussehe. Das habe der Gesetzgeber bestimmt, unterstrich das Stadtoberhaupt: Am 31. August ende seine Tätigkeit, wenn er das 68. Lebensjahr vollende.

Spannender Übergang steht bevor

„Dann ist auch mal gut“, fand Dieter Gummer, und ihm stehe ein spannender Übergang bevor: vom aktiven Dienst in den Ruhestand. Erneut wurde er ungewöhnlich persönlich: „Ich mag ja meine Frau, aber wie das dann weitergeht . . .“, scherzte der OB und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Der Stadt wünsche er eine weitere gedeihliche Entwicklung, die er auch in seinem Ruhestand mit Sicherheit sehr intensiv verfolgen werde. „Ich gehe davon aus, dass man mich dann öfter bei Veranstaltungen sieht, als das heute der Fall ist. Da habe ich nämlich mehr Zeit, hoffe ich.“

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