Hockenheim

Gaußfreunde Im Norden unerwartete Seiten Spaniens kennengelernt / Besuch des Guggenheim-Museums in Bilbao ein Highlight

Kulturschätze entlang des Jakobswegs

Archivartikel

Hockenheim.Die jüngste Studienreise der Gaußfreunde führte nach Nordspanien. Unter der Leitung von Konrad Schillinger entdeckte die Reisegruppe neue und unerwartete Seiten Spaniens. Weit gespannt war der Rahmen historischer Stätten: Die schon vor mehr als fünfzehntausend Jahren entstandenen Gemälde in der berühmten Altamira-Höhle beeindruckten die Hockenheimer durch ihre frischen Farben.

Oviedo wartete mit frühromanischen Kirchen aus dem 9. Jahrhundert, einer hübschen Altstadt mit Kathedrale, einer Dudelsack spielenden Trachtengruppe und dem landestypischen Sidra auf. In Comillas begegneten die Gaußfreunde Bauwerken des Modernisme-Stils, wie man sie eher in Barcelona erwartet. Die Reisegruppe erfuhr, dass der Marqués von Comillas mit seiner transatlantischen Schifffahrtsgesellschaft sagenhaften Reichtum erworben, katalanische Baumeister in seiner Heimatstadt engagiert hatte und von ihnen seinen Palast, die päpstliche Universität und eine Kathedrale errichten und als Höhepunkt Antonio Gaudís zauberhaftes „El Capricho“ erbauen ließ.

Exkursionen durch Kantabrien

Einige der Reiseteilnehmer bewog der Besuch des vor 21 Jahren eröffneten Guggenheim-Museums in Bilbao, eigens diese Reise anzutreten. Alle waren von der kühnen Architektur, der Titanverkleidung, den reizvollen Skulpturen, den gewaltigen Dimensionen ebenso begeistert wie von der kenntnisreichen und charmanten Führerin im Museum.

Diese erklärte ihrem aufmerksamen Publikum, welch unglaublicher Mut der Stadtpolitik in einer Phase wirtschaftlichen Niedergangs damals dieses Gebäude ermöglichte und wie durch den „Guggenheim-Effekt“ weitere spektakuläre Bauten entstanden und Bilbao zu einer höchst attraktiven Stadt wurde.

Exkursionen durch Kantabrien führten die Gäste in die Hafen- und Badestädte Santander, Castro Urdiales, San Vicente de la Barquera und Ribadesella. Abwechslung boten zwei Ausflüge, die vom Hotel im Hafenstädtchen Suances in die Picos de Europa führten. Dabei gelangten die Gaußianer mit der Seilbahn am Fuente Dé ins Hochgebirge, besuchten im Tal das berühmte Kloster Santo Toribio und das schmucke Städtchen Potes. Eine zweite Tour führte nach Covadonga, einem hochbedeutenden Wallfahrtsort, der als Ursprung der Reconquista (Wiedereroberung Spaniens aus der Gewalt der Muslime) und der Idee vom spanischen Staat gilt.

Von Suances aus besuchten die Gaußfreunde hauptsächlich Orte, die an der Nordroute des Jakobsweges liegen und durch ihre Wehrkirchen (Castro Urdiales, San Vicente) oder Stiftskirchen und mittelalterlichen Charme (Santillana del Mar) geprägt sind.

Der letzte Reiseabschnitt führte sie in die an der Hauptroute des Jakobsweges liegenden Königsstädte León und Burgos. Die Hockenheimer ließen sich von der überbordenden Lebensfreude der Spanier mitreißen, bestaunten in León die lichtdurchflutete Kathedrale, die altehrwürdige Basílica San Isidoro. Vorteilhaft war für die Reisegruppe, dass sie vom Hotel in wenigen Minuten Gaudís kühne, im gotischen Stil erbaute Casa de Botines, den Palacio de los Guzmanes, die zentrale Plaza Mayor mit dem Alten Rathaus und das Kneipenviertel erreichen konnten.

Auf der Fahrt nach Burgos registrierten die Gaußfreunde, wie viele Menschen auf diesem Abschnitt des Jakobsweges unterwegs waren. In Burgos durchschritt die Reisegruppe das Stadttor Santa Maria und stand unvermittelt vor dem gewaltigen Wunderwerk der Kathedrale, die mit Audioguides erkundet wurde. Nach einem Abstecher in die nahegelegene spätgotische Kirche San Nicolás folgte für die Reisenden eine ausgiebige Mittagspause, in der viele das Denkmal des „El Cid“, die Casa del Cordon, betrachteten und über die Flaniermeile Paseo del Espolón schlenderten. Der relativ späte Rückflug ermöglichte den Gaußfreunden, zuvor die Altstadt Bilbaos zu erkunden. Am Ende der Reise dankte der Reiseleiter Ronald Sawa für seine hervorragenden Übersetzungen bei Führungen, während Gustav Jahn Konrad Schillinger für die Organisation und Durchführung der eindrucksvollen Studienreise seinen Dank aussprach. khs

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