Hockenheim

Lästiger Schutz vor Belästigung

Matthias Mühleisen über die Datenflut zum neuen Datenschutz

Mit der Behauptung, am 30. Mai sei der Weltuntergang, hat das Golgowski-Quartett 1954 viel Geld verdient. Mal sehen, was nach dem 25. Mai in der digitalen Welt alles untergeht – also nach dem Inkrafttreten der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung. Vielleicht bricht das Internet aber auch vorher zusammen angesichts der Flut an E-Mails, die derzeit verschickt werden, weil sich alle Welt gegen mögliche Sanktionen absichern will.

Überspitzt ausgedrückt könnte man sagen: Ich werde belästigt von lauter Mails, die sicherstellen sollen, dass ich mich ab 25. Mai nicht belästigt fühle. Interessant daran ist höchstens, auf welche Weise das geschieht: Bei manchen genügt es, nichts zu unternehmen, bei anderen muss ich aktiv bestätigen, dass ich Nachrichten erhalten will. Andere schicken mir ellenlange Schilderungen, wie meine Daten behandelt werden, so dass ich nach der ersten Seite schon nicht mehr durchblicke. So viel zum Thema EU-Standards . . .

Zumindest bekomme ich so einen Überblick, wer alles meine Adresse hat und mir was schicken will. Ob meine Daten auch wirklich sicherer sind und die Partner nur das mit ihnen machen, was sie dürfen, steht gewiss auf einem anderen Blatt. Kontrollieren kann ich das wohl sowieso nicht. Also weiter einfach vorsichtig sein.

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