Hockenheim

Hubäckerschule Viertklässler befassen sich mit dem Klimawandel / Standby-Funktion von Elektrogeräten in der Kritik / Experimente mit Glühbirnen

Laila: Die Welt hat Fieber – ich hasse dieses CO2

Die Dimensionen klingen schon krass. „Würde jeder von uns seine Elektrogeräte nicht im Standby-Modus lassen und sie richtig ausschalten – es könnte zwei große Kraftwerke weniger in Deutschland geben“, erklärt Angelika Schwarze von der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis (KliBa) den Viertklässlern der Hubäckerschule.

Die Schüler folgen ihren Ausführungen sehr konzentriert und engagiert in den zwei Doppelstunden, denn „den Kindern ist das Thema Klimaschutz extrem wichtig. Greta Thunberg sorgt gerade für viel Gesprächsstoff auf dem Pausenhof“, verrät Klassenlehrerin Stephanie Quitsch im Gespräch mit dieser Zeitung.

An der Tafel im Werkraum, der der 4b für das Unterrichtsprojekt als Klassenzimmer dient, haben alle die Messwerte von eigenen Elektrogeräten notiert, im an- und ausgeschalteten Status. „Ich hätte nie gedacht, dass mein Wasserkocher mit über 800 Watt auf Platz eins der Stromfresser landet, mehr Verbrauch als ein großer Staubsauger“, berichtet Max und ist erstaunt, dass DVD-Player und Ladegeräte immer Strom verbrauchen, auch wenn sie nicht benutzt werden und im Standby-Modus sind. „Das ist doch unnötig“, betont der Neunjährige.

Gemeinsam mit seinen Klassenkameraden sammelt er Ideen, wie sich nicht nur Strom einsparen lässt, sondern auch, wie jeder nachhaltig fürs Klima etwas tun kann. „Kurze Strecken nicht mit dem Auto fahren“, „weniger Fleisch essen“, „statt die Klimaanlage einzuschalten, lieber das Fenster aufmachen“ und „Fahrgemeinschaften zum Sport bilden“ sind nur einige Ideen, die den Kindern in den Sinn kommen.

Gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Ziel des Unterrichtsprojektes sei es, erklärt Schwarze, „dass die Kinder ein Bewusstsein dafür bekommen, dass schon jedes kleine bisschen hilft. Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, mit der man nicht früh genug anfangen kann“. Ihr gehe es darum, die Kinder zu sensibilisieren, „auf tolle Lösungsvorschläge kommen die Schüler ganz alleine“.

Und das ist auch gut so. Es wird die Generation dieser Kinder sein, in deren Händen der finale Ausgang des Klimawandels und damit das Schicksal unseres Daseins liegt. Nur wenn sich die Jugend weiter so engagiert einsetzt, lassen sich die Fehler ihrer Eltern und Großeltern korrigieren – das Ergebnis wenigstens abschwächen. „Die Welt hat Fieber. Wir müssen dafür sorgen, dass es ihr wieder besser geht und weniger Abgase produzieren. Ich hasse dieses CO2“, erklärt Laila.

Aber zu wenig CO2 in der Atmosphäre ist auch nicht gut, dann wäre es zu kalt. Das verdeutlicht eine von insgesamt fünf Stationen, die Schwarze aufgebaut hat. Zu sehen sind drei Erden: eine mit normaler Atmosphäre, eine komplett ohne Gashülle und eine Erde mit zu hoher CO2-Konzentration, symbolisiert durch eine Plastiktüte. „Je mehr CO2 in der Luft ist, desto weniger Energie kann die Erde wieder abgeben, es wird heißer“, erklärt Mustafa. Es komme auf ein gutes Mittelmaß an, „für das wir alle verantwortlich sind“, ergänzt der Viertklässler.

An den anderen Stationen in der Schule vergleichen die Kinder den Energieverbrauch von Glüh-, Energiespar- und LED-Lampen, erzeugen aus mechanischer Energie elektrische oder experimentieren mit Solarstrom. „Es ist schon toll, wie viel Energie in der Natur steckt. Durch Wasserkraft und Solarenergie lässt sich viel CO2 einsparen“, erklärt Noa abschließend.

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