Hockenheim

Stadthalle Planer von Transnet-BW stellen den Verlauf der 380-Kilovolt-Leitung von Mannheim nach Philippsburg vor / Ertüchtigung im Bestand / Warten auf grünes Licht

Leitung für das Ultranet auf der Zielgeraden

Wer schon einmal an der Nordsee war, für den ist es kein Geheimnis – dort bläst ein strammer Wind. Eine Kraft, die unzählige Windräder antreibt und damit jede Menge Energie erzeugt. Strom, der auch hierzulande benötigt wird. Wie dies geschehen soll, darüber haben die Planer von Transnet-BW, die für einen Teil des Ultranet, der Stromtrasse von Nord nach Süd, verantwortlich sind, gestern in der Stadthalle informiert.

Aus dieser Überlegung heraus wurde das Ultranet auf den Weg gebracht. Um den Strom von A nach B zu transportieren, genauer gesagt vom Norden in den Süden, von Emden bis Philippsburg. Um den „Transportverlust“ dabei so gering wie möglich zu halten und die vorhandenen Leitungen optimal nutzen zu können, wurde die HGÜ-Technik ersonnen.

Dadurch soll auf neue Stromleitungen, neue Masten verzichtet werden können. Diese Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) ermöglicht hohe Kapazitäten, der Fachmann spricht von 380-Kolovolt-Leitungen.

Gleichstrom ist für den Transport eine feine Sache, ansonsten bestimmt in Fabrik und Haushalten Wechselstrom das Geschehen. Weshalb es am Beginn der Leitung ein Gleichstrom-Umspannwerk, einen Konverter, gibt, der den Wechsel- in Gleichstrom umwandelt. Am Ende der Reise steht erneut ein Konverter, der aus dem Gleich- wieder Wechselstrom macht. In der Region soll der End-Konverter auf dem Gelände des AKW in Philippsburg errichtet werden.

Leitungsverlauf wird festgestellt

Das Ultranet erreicht von Emden kommend über Osterath Mannheim, wo es für die letzten 40 Kilometer in die Zuständigkeit von Transnet-BW übergeht, einer 100-prozentigen Tochter von EnBW. Transnet-BW hatte gestern zu einer Informationsveranstaltung in die Stadthalle eingeladen, um zu zeigen, wie die letzen Kilometer von Mannheim-Wallstadt bis Philippsburg zurückgelegt werden sollen.

Wie Maria Dehmer, die Projektsprecherin Ultranet betonte, befindet sich die geplante Trasse in den letzen Planungsstadien. Der ein Kilometer breite Trassenkorridor ist schon beschlossen, derzeit warten die Planer auf den Planfeststellungsbeschluss für den Leitungsverlauf. Dieser steht quasi schon fest, überwiegend soll die Leitung im Bestand errichtet werden. Von Ilvesheim kommend schlängelt sich die Trasse zwischen Plankstadt und Eppelheim hindurch, führt bei Sandhausen ein Stück parallel durch den Hardtwald, um dann östlich an Reilingen und südlich von Neulußheim an Rheinhausen vorbei Richtung Philippsburg zu führen. Einzig zwischen Oftersheim und Sandhausen ist ein Stück Neubau vorgesehen, ansonsten geht es im Bestand voran. Was für die Planer den Vorteil hat, dass ansonsten zu beachtende Grenzabstände im Bestand erfolgen.

Gelände wird vorbereitet

Die Hauptarbeiten liegen im Ertüchtigen der Masten und dem Austausch der Isolatoren, an dem die Leitung aufgehängt wird, stellt Dehmer fest. Auch für den Konverter in Philippsburg wird demnächst mit der Genehmigung gerechnet, dann wird in einem ersten Schritt das Gelände hergerichtet. Denn dieses befindet sich im sogenannten Tiefgestade, vier Meter unter Null und muss angehoben werden. Dazu wird jede Menge Kies benötigt, der jedoch per Schiff angeliefert werden soll.

Die Zeit, bis die Genehmigung für die geplante Leitung von der Bundesnetzagentur kommt, haben die Planer nun genutzt, um nochmals mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen, die Planung vorzustellen. Das Interesse der Bevölkerung war zwar gestern zu spüren, doch hielt es sich in Grenzen, durch die Ertüchtigung der bestehenden Leitung halten sich die Auswirkungen auf die Region in Grenzen. Auch wenn es durchaus sein kann, dass der eine oder andere Mast um bis zu zehn Meter in die Höhe wächst, um den Anforderungen gerecht zu werden.

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