Hockenheim

Evangelische Kirchengemeinde Pfarrerin Cristina Blázquez-Müller führt Holger Andreas als Prädikant ein

Lernen „sehenden Herzens“ zu werden

Archivartikel

Die offizielle Segnung vor der Kirchengemeinde in der Kirche: Holger Andreas ist seit gestern offiziell als Prädikant der evangelischen Landeskirche im Amt. „Eine spannende und auch sehr verantwortungsvolle Aufgabe ist es, den Menschen das Wort Gottes als Prädikant nahebringen zu können und zu dürfen“ führte Cristina Blázquez-Müller zu Beginn der Segnungshandlung aus. Cristina Blázquez-Müller, Pfarrerin in Eppelheim, ist die Beauftragte des Dekanates für die Prädikantinnen und Prädikanten.

„Ja, ich bin bereit“ antwortete der jetzt als Prädikant gesegnete Holger Andreas mit freundlich-klarer Stimme auf die Fragen von Pfarrerin Blázquez-Müller zu seinen künftigen Aufgaben. Auch die anwesenden Christen der Hockenheimer Kirchengemeinde versprachen gemeinsam, den neuen Prädikanten in seiner künftigen kirchlichen Tätigkeit voll zu unterstützen.

Vater segnet den Sohn

Ein bewegender Augenblick war der Segen, den Pfarrer Hans-Dieter Pöbel seinem Sohn gab: „Ich durfte Dich, mein lieber Sohn Holger, ja schon dreimal segnen, bei Deiner Taufe, Deiner Konfirmation und der Trauung mit Deiner Frau Eva, heute freue ich mich, Dir den Segen als angehender Prädikant geben zu können und Dir alles Gute für diesen Werdegang zu wünschen“.

Die erste „Amtshandlung“ nach dem Segen und dem Erhalt der Urkunde war die Predigt am gestrigen Sonntag für Holger Andreas. „Jesus, wie soll ich leben?“, war die Anfangsfrage der prägnanten Predigt. Thema im 16. Kapitel des Lukas-Evangeliums war das Gleichnis Jesu vom Verwalter, dem nachgesagt wurde, er verschleudere das Vermögen eines reichen Mannes, der ihn als sorgfältigen Verwalter eingesetzt hatte.

Aus den Predigtgedanken von Holger Andreas wurde deutlich, dass es nicht immer glasklare Antworten geben könne. Bei jeglichem Handeln stellten sich auch Grundfragen. So habe auch Goethes „Faust“ als reifer alter Mann nach dem Lebenssinn gefragt, gerade in den Veränderungen der Zeit komme vieles auf den Prüfstand, gehe es oft auch um Aktionismus und die „Logik der Welt“.

Augen für die Welt öffnen

Man könne mitunter skeptisch werden, meinte der Prädikant weiter, wenn man das Gefühl habe, es gehe manchen darum „besonders richtig zu leben“ und man fast schon bedrohend hören könne, man solle „frei und entspannt werden und möglichst sofort“. Hier müsse man sich das „Licht des Glaubens“ vor Augen führen und dürfe „nicht die Zuversicht verlieren, dass Gott uns nie alleine lasse und die Liebe Christi uns frei mache“. Nur so könne man „sehenden Herzens“ werden, das öffne die Augen für die Welt, meinte Holger Andreas abschließend.

Offizieller Gratulant am Ende des Gottesdienstes war Pfarrer Michael Dahlinger, der ein „akustisches Geschenk“ überreichte, eine Zusammenstellung von Schallplatten, schließlich wisse man, dass Holger Andreas Platten- und Rockmusikfan sei. Musik war auch ein wichtiges Thema im gestrigen Gottesdienst, den Samuel Cho an der Orgel und am Flügel umrahmte. Gemeindegesang ist derzeit bekanntlich nicht möglich, im Text bei den Liedern mit dabei waren aber alle Christen, als Solistin der Lieder beeindruckte Eva Andreas, die Ehefrau des neuen Prädikanten.

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