Hockenheim

Die Polizei meldet Zwei Leichtverletzte bei Unfall auf der A 6 nahe des Autobahndreiecks

Lkw kracht ungebremst in Wagen der Autobahnmeisterei

Archivartikel

Es ist eines der Schreckensszenarien auf den Autobahnen im ganzen Land: Ein Lkw-Fahrer erkennt ein Hindernis nicht rechtzeitig und rast hinein. Am Mittwochvormittag ist das erneut geschehen auf der A 6 zwischen dem Autobahndreieck Hockenheim und der Anschlussstelle Schwetzingen/Hockenheim. Dass dabei zwei Menschen nur leicht verletzt wurden, ist beim Anblick des Unfallschauplatzes kaum zu glauben.

Es ist etwa 11.15 Uhr, als ein Sicherungsfahrzeug der Autobahnmeisterei Walldorf langsam auf dem rechten Fahrstreifen in Fahrtrichtung Mannheim unterwegs ist. Es warnt die Verkehrsteilnehmer vor einer Wanderbaustelle, die in gut 500 Metern für die Reinigung der Entwässerungseinrichtungen an der Autobahn sorgt.

Der 45-jähriger Lenker eines Sattelzugs mit Tankaufbau ist offenbar nicht auf das Geschehen auf der Straße konzentriert: Trotz vorheriger Ankündigung durch einen sogenannten Vorwarner, so die Polizei, fährt er nach bisherigem Erkenntnisstand ungebremst auf das Sicherungsfahrzeug, eine an ein Zugfahrzeug angehängte „Sperrwand“.

Am Ort der Kollision bietet sich ein Bild der Verwüstung. Ein Rettungshubschrauber wird alarmiert, für dessen Landung wird die Autobahn bis etwa 11.50 Uhr voll gesperrt, es kommt zu einem Rückstau, der bis zum Autobahndreieck Hockenheim zurückreicht. Dann stellt sich heraus: Sowohl der 45-jährige Sattelzugfahrer als auch der Mitarbeiter der Autobahnmeisterei sind nur leicht verletzt, der Hubschrauber fliegt ohne Patient wieder ab, die Männer werden zur Untersuchung in Krankenhäuser eingeliefert. Den Der Sachschaden beziffert die Polizei auf rund 80 000 Euro.

Aufprall durch Gasgeben gemildert

„Wer da drauffährt, war definitiv sehr stark abgelenkt“, sagt der Leiter der Autobahnmeisterei Walldorf, Marcus Rothe, auf den Unfall angesprochen. Zum Glück habe sein Kollege in dem Fahrzeug mit der Sperrwand den heranrasenden Sattelzug bemerkt und habe Gas gegeben, was den Aufprall wohl abmilderte. Der Mann habe das Krankenhaus bald wieder verlassen können. Trotz der Gefahr durch unaufmerksame andere Fahrer sei es noch unsicherer für die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei, die Fahrzeuge zu verlassen, da sie sich beim Wiedereinsteigen in den Verkehrsraum bewegen müssten, erklärt Rothe.

Zwei solcher Sperrwände seien im Einsatz, um die Kolonnen zu schützen. „Mehr Warnhinweise auf Baustellen geht nicht“, sagt der Leiter. Bei der Wanderbaustelle ging es darum, die Entwässerungseinrichtungen von Laub und Schlamm zu reinigen, damit das Regenwasser abfließen kann. „Einmal im Jahr rauscht einer auf die Sperrwand“, ist Rothes Erfahrung. Zum Glück sind schlimme Folgen dabei meist ausgeblieben.

Der letzte tödliche Unfall, an den er sich im Zuständigkeitsbereich der Walldorfer Meisterei erinnert, passierte 1989. Einer seiner Kollegen wurde 2006 so schwer verletzt, dass er seither im Rollstuhl sitzt. Dagegen sei der Umstand, dass nun vorerst ein Fahrzeug für den Winterdienst fehlen werde, Nebensache.

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