Hockenheim

Politik CDU-Stadtrat Patrick Stypa absolviert Praktikum bei Bundestagsabgeordnetem Olav Gutting in Berlin / Wichtigkeit des Austauschs über Fraktionsgrenzen erkannt

Lösungen entwickeln statt Zukunftsangst zu schüren

Hockenheim/Berlin.Die Bundespolitik direkt aus der Nähe erleben, das wollte der Hockenheimer CDU-Stadtrat Patrick Stypa, als er in Berlin ein Praktikum absolvierte. Er begleitete eine Woche lang den CDU-Bundestagsabgeordneten Olav Gutting bei zahlreichen Sitzungen und Veranstaltungen und lernte dabei so manchen Spitzenpolitiker, darunter Bundesminister, näher kennen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier nahm sich eine Stunde Zeit, mit einer Gruppe aus etwa 100 Praktikanten der CDU-/CSU-Fraktion über wichtige Zukunftsthemen zu sprechen. Wichtig sei Altmeier, so Stypa, dass bei der Digitalisierung die Wertschöpfungskette in Deutschland bleibe. Deutsche Startups müssten vor der Übernahme durch Giganten wie Google, Facebook und Microsoft geschützt werden.

Bei einer Gesprächsrunde der „Parlamentariergruppe Zentralafrika“ mit einer Delegation aus der Demokratischen Republik Kongo waren die prekäre Menschenrechtslage und die bevorstehende Präsidentschaftswahl im Kongo Thema.

Führungswechsel heißt nicht Chaos

Einen besonderen Eindruck hinterließ bei Stypa die überraschende Wahl von Ralph Brinkhaus zum neuen Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion. Dabei davon zu sprechen, dass die gesamte Regierung ins Chaos versinke, sei für ihn unverantwortlich: „Viele Journalisten merken nicht, wie sie mit solchen dramatisierenden Worten dazu beitragen, dass das gesamte politische System erodiert. Manchmal wünschte ich mir eine nüchterne Betrachtungsweise in einer von Eilmeldungen geprägten Zeit, die ständig nach neuen Schlagzeilen aus ist.“ Das Traurige sei, dass die Sacharbeit aller Parlamentarier vollkommen in den Hintergrund gedrängt werde.

„In vielen Zusammenhängen wird fast nur noch von Krisen gesprochen: Angefangen bei einer weiter schwelenden Bankenkrise über die Flüchtlings-, Diesel- und Wohnungskrise, die diplomatische Krise mit der Türkei, beim Klima bis hin zu einer scheinbar dauerhaften Regierungskrise. Es ist besser, Probleme richtig einzuordnen und Lösungen zu entwickeln, anstatt ständig von Krisen zu reden und eine subtile Zukunftsangst zu fördern, von der nur extreme Parteien profitieren“, ist Stypa überzeugt.

Neben einem persönlichen Gespräch mit Michael Stempfle, dem ARD-Hauptstadtkorrespondenten, über das veränderte Klima gegenüber Journalisten stand der Besuch zahlreicher Plenarsitzungen auf dem Programm. Thema war unter anderem das Pflegestärkungsgesetz des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU).

Der Besuch des türkischen Präsidenten Erdogan, der das Regierungsviertel zu einer Hochsicherheitszone werden ließ, war einer der letzten Eindrücke, die Stypa aus dem politischen Berlin mitnahm.

„Es war eine sehr intensive Woche im politischen Berlin, in der ich sehr viele Einblicke in die politischen Abläufe, insbesondere hinter den Kulissen, erhalten habe. In zahlreichen Berichten und Talkshows steht stets das Politische im Vordergrund. Das Menschliche tritt zurück. Die Bedeutung des Letzteren führte mir die zurückliegende Woche sehr deutlich vor Augen“, resümiert er.

Welche Erkenntnis Stypa aus der Woche mitnimmt? „Wie wichtig ein gemeinsames Verständnis eines Bundes- oder Kommunalparlamentes darüber ist, in welche Richtung sich ein Land oder eine Stadt entwickeln soll, und wie bedeutsam der Austausch über Fraktionsgrenzen hinweg ist, um diese Entwicklung zu erreichen“, lautet seine Antwort. ska

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