Hockenheim

SPD Parteiloser OB-Kandidat erhält einstimmige Unterstützungszusage der Mitgliederversammlung / Polizeibeamter will präventives Sicherheitsmanagement einführen

Marco Germann überzeugt die Genossen

Er ist parteilos, bezeichnet sich selbst als „Sozialdemokrat ohne Parteibuch“ und hat die Mitgliederversammlung der Hockenheimer SPD geschlossen hinter sich gebracht: Einstimmig entschieden die über 30 Genossen, dass sie die Bewerbung von Marco Germann für das Amt des Oberbürgermeisters unterstützen. Die Kandidatur des Pfälzers war das herausragende Thema bei der Jahreshauptversammlung im „Rondeau“, bei der es natürlich auch um die Kommunalwahl ging.

Vorsitzende Ingrid von Trümbach-Zofka erinnerte in ihrem Bericht an Veranstaltungen wie Ebert-Gedenken, Heringsessen, Familiennachmittag, Kinderferienprogramm und Infostände. Daneben seien Arbeitsgruppen für die Europa-, Kommunal- und OB-Wahlen gebildet worden, die nicht nur eine finanzielle, sondern insbesondere eine zeitliche Sonderbelastung für die ehrenamtlich tätigen Teams darstellten.

Ihren Dank an die Aktiven verband sie deshalb mit einem Wahlaufruf: „Wir wollen, dass Europa demokratisch bleibt, und wir wollen, dass in Hockenheim die Sozialdemokratie weiterhin mitbestimmt.“

Im Jahr vor einer Europa-, Kommunal- und OB-Wahl muss die Bilanz zwangsläufig eine Verbesserung des Vermögensbestands ausweisen, was bei der SPD auch der Fall war. Ein ebenso positives Testat der Kassenprüfer eröffnete die problemlose Entlastung von Kassierer und Vorstand für das abgelaufene Geschäftsjahr.

Willi Keller berichtete über die Arbeit der SPD-Fraktion im Gemeinderat. Er sprach die Haushaltsentwicklung auf mittlerweile mehr als 95 Millionen Euro pro Jahr an, die enormen Investitionen in die lokale Kita- und Schullandschaft und die Debatten über den Erhalt eines zweiten Pflegeheims und dessen zukünftigen Standorts – eine besondere Herausforderung.

Wohnraum als Herausforderung

Positiv bewertete Keller die Entwicklung am Hockenheimring. Das im Bau befindliche Porsche-Center weise einen klaren Weg in die mögliche Zukunft des Rings als Zentrum emissionsfreier Mobilität auf. Letztlich bleibe die Schaffung preiswerten Wohnraums für zuziehende Familien, Obdachlose und Geflüchtete eine permanente Herausforderung für Rat und die Verwaltung.

Die Unterstützung Marco Germanns hatte ein kleines Team aus dem SPD-Vorstand den Mitgliedern empfohlen. Mit ihm stellt sich ein Bewerber zur Verfügung, der Hockenheim seit Kindestagen gut kennt, da er unter anderem im Aquadrom, auf der Rennstrecke und im Karneval sehr häufig hier zu Gast war. So überraschte er die Anwesenden durch viele Detailkenntnisse. Seit Februar befasste er sich mit dem Gedanken an eine Kandidatur für die hiesige OB-Stelle. Diese Zeit habe er intensiv genutzt, um sich mit den Gegebenheiten vor Ort auseinanderzusetzen.

Besonders beeindruckt zeigte sich Germann vom großen Engagement der Hockenheimer. Angetan haben es ihm insbesondere die Aktivitäten rund um die Lokale Agenda 21 und das beeindruckende ehrenamtliche Arbeitsvolumen.

Auf die Frage, in welchen Bereichen er sich als OB besonders engagieren möchte, nannte Germann einige Ideen, die noch verfeinert und ausdiskutiert werden sollten. Dazu gehören die Einrichtung einer festen Bürgersprechstunde ebenso wie die Einrichtung eines Quartiermanagements als Ergänzung der bisherigen Bemühungen um den Abbau des Leerstands gewerblicher Immobilien in der Innenstadt.

Die Stärkung des Jugendgemeinderats liegt ihm genauso am Herzen wie der Ausbau eines präventiven Sicherheitsmanagements – ein Bereich, in dem Marco Germann als Mitglied des Führungsstabs des Mannheimer Polizeipräsidiums praktisch zu Hause ist.

Bei Wahlerfolg Umzug über Rhein

Natürlich musste die Frage auf den Tisch: „Wir haben ja nun mit Pfälzern so unsere Erfahrungen. Wo willst du wohnen, wenn du OB wirst?“ Schlagfertig antwortete der Bewerber, dass seine Familie für ihn das Wichtigste sei. Zwei seiner drei Kinder sind noch keine zehn Jahre alt. „Bei der zu erwartenden Arbeitsbelastung als OB würde es absolut keinen Sinn machen, die noch junge Familie in der Pfalz zu lassen. Meine Frau und ich haben uns klar entschieden, dass wir im Falle meiner Wahl nach Hockenheim ziehen werden!“

Mit seiner zurückhaltenden, aber klaren Art und einer inhaltlich ausgewogenen Vorstellung überzeugte Germann die Teilnehmer, heißt es in der Pressemeldung der SPD. kso

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