Hockenheim

Marke, die sich durchsetzen wird

Markus Mertens hält die Premiere des Festivals für einen großen Wurf

Erhabene Ansprüche zu formulieren, ist verführerisch. Ihnen nachzukommen, ist längst nicht allen gelungen, die sich im Musikgeschäft mit verbalen Superlativen auf den Lippen aufmachten, Grenzen zu verschieben, um später ihre bittere Niederlage einzuräumen. Die vergangenen Auflagen von "Rock 'n' Heim" sind da nur eines von vielen Beispielen.

Ein Blick auf das Matapaloz-Festival am Ring zeigt deshalb, dass den Böhsen Onkelz und den Organisatoren aus dem Stand ein großer Wurf gelungen ist, der vieles, jedoch keinen Hochmut vermuten lässt - weil er in Erinnerung bleiben wird. Wer die Mixtur aus Skurrilitäten und Bands von Oi!-Punk bis hin zu schroffem Hardcore betrachtet, weiß, dass hier ein nicht eben ungefährliches Experiment aufgegangen ist.

Es gibt viele, die die Böhsen Onkelz und alles, was zu ihnen gehört, allzu gerne scheitern sehen wollen, doch die Verantwortlichen sind das Wagnis eingegangen und haben gegen alle Widerstände eine Marke etabliert, die sich durchsetzen wird.

Wer von "nur" 65 000 Besuchern und damit einer verhaltenen Nachfrage spricht, wo in den vergangenen Jahren doch stets 100 000 Besucher ihre Onkelz hochleben ließen, verkennt den Festival-Charakter, der nicht nur erste Befürworter benötigt, sondern auch vergangene gescheiterte Festivals wie das "Sonisphere" pulverisiert, als sei es nichts. Imponierend.

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