Hockenheim

"Matapaloz"-Festival der "Böhsen Onkelz" in Hockenheim

"Matapaloz" Tag zwei - Finale auf dem Ring

Hockenheim.Tag zwei am Hockenheimring: Tag der Wahrheit. Die ersten 24 Stunden "Matapaloz"-Festival sind um - davon alleine neun prall gefüllt mit Vollgasmusik zwischen prallem Metal, sattem Hardcore und gellendem Punk. Während sich viele nach einer kurzen Nacht an den dreistündigen ersten Gig mit "ihren" Onkelz erinnern, stehen andere noch im ersten Wellenbrecher, um gemeinsam mit Moderator und Zeremonienmeister Komi Mizrajim Togbanou einen "Tag der Legenden" einzuläuten.

Zwar sind die Berliner Punker von "Toxpack" erst gute eineinhalb Jahrzehnte alt, doch dafür liefern sie neugierigen Ohren schon tüchtig zeitkritischen Stoff, der sich peitschend seinen Weg durch die Boxen bahnt und auch ganz ohne Sonnenschein von oben Wirkung entfaltet. Die "Cockney Rejects" aus London lassen sich diese Steilvorlage nicht entgehen und machen 40 Jahren Oi!-Punk mit ihrem Set alle Ehre. Zwar verzichten die Fans auf die ganz großen Moshpits, die die Briten sonst zuverlässig in jedem Club anrichten, doch nimmt das dem Auftritt nichts von seinem Biss.

Ganz anders, aber keinen Deut weniger durchschlagskräftig zeigt sich der Auftritt der US-Jungs von "Anthrax", die sich nicht auf ihrem Status als Thrash Metal-Legende ausruhen, sondern beweisen, dass Traditionalisten nicht die Asche, sondern das immer noch lodernde Feuer einer Karriere betrachten. Dieses Feuer wandelt sich zu den peitschenden Sounds "Slayer" zum Vulkan, die die Lava ihrer Urgewalten mit archaischer Kraft über den Ring ergießen. Einer von vielen Gründen, aus denen Tag zwei auf dem "Matapaloz"-Festival auch ein Tag der Klarheit ist. Denn zwischen Old School-Punk und rauen Gitarren-Riffs präsentieren die "Böhsen Onkelz" im Vorprogramm Bands, die die eigenen Wurzeln verkörpern.

Die vollkommen andere Show ist das zweite Drei-Stunden-Set der "Onkelz" zwar nicht - wer aufmerksam mitzählt, macht zehn unterschiedliche Songs aus - doch kommt es darauf auch gar nicht an.  Am Ende heißt es zu den heiseren Liedzeilen von Kevin Russell zum Finale: Ein letztes Mal aufstehen. Ein letztes Mal applaudieren. Ein letztes Mal die die eigene Gemeinschaft zelebrieren. Bis die Bühne ihr Höllenfeuer spendet. Die nächste Auflage wartet schon.

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