Hockenheim

ASG Tria Der höchst gelegene Triathlon / Challenge in Davos wird für Eugen Stolz zum kurzen Abenteuer / Heftiges Gewitter führt zum Abbruch der Veranstaltung

Mit 60-Liter-Müllsack 400 Schweizer Franken gespart

Archivartikel

„Mein Abenteuer, die Challenge in Davos, der höchstgelegene Triathlon, begann aus dem sonnigen Italien kommend mit der Überquerung der Grenze in die regnerische Schweiz“, so der 28-jährige ASG Triathlet Eugen Stolz. Mit der Überquerung der Grenze sinken die Erwartungen an den Wettkampf ähnlich wie das stetig sinkende Thermometer. „Naja, vielleicht wird das Wetter morgen besser“, muntert sich der Leimener vorm Schlafengehen auf, während die Wettervorhersage auf allen Kanälen nichts Gutes verheißt.

„6 Uhr am Samstagmorgen, der Wecker klingelt, schmunzelnd schau ich aus dem Badezimmerfenster, erinnert sich der Sportler. „Aha, der Regen fällt hier also nach rechts, Mist, an den Wind habe ich gar nicht mehr gedacht.“ Kurz darauf bekommt der ASG‘ler telefonisch von einer Pflicht zu Regenjacke und Handschuhen mitgeteilt; „Aha, kein Problem, Geschäfte sind offen, ich kaufe mir eine“, sagte er sich, vergaß an der Stelle aber, dass er in der Schweiz war.

Nach dem Check fährt Stolz in das erstmögliche Sportgeschäft und steuert als erster Kunde eine junge Dame an „Servus, ich brauche dringend eine Regenjacke für den Wettkampf“. Sie bringt eine passende Regenjacke – „die hier koschd vierhundert Schweizer Fronkn“ (400 CHF), sagt die Verkäuferin mit Überzeugung. „Ich lasse mir den Schock nicht anmerken und frage trocken nach einer Jacke von 50 bis 100 Euro“, erzählt Stolz, worauf ein Moment der Stille die junge Dame umhüllt habe. Unverrichteter Dinge muss Eugen Stolz den Laden verlassen und landet bei einem Discounter, den es auch in Deutschland Nord und Süd gibt. Dort wird er fündig; auf dem Kassenband liegt ein Pullover für 25 CHF und eine Rolle 60-Liter-Müllsäcke für 2,60 CHF.

System ausgetrickst

Ausgestattet mit Neopren, Pullover, Handschuhen, Müllsäcken, Helm und Mundschutz bekleidet fährt Eugen Stolz auf dem Rad zur ersten Wechselzone und wurde, vielleicht auch aus Mitleid, durchgelassen. Gut gelaunt flüsterte er sich zu „Yes, System ausgetrickst.“

Der Regen wird heftiger, was am Donner zu hören ist. Am Fahrradständer 747 angekommen, wird der klatschnasse Wechselbeutel platziert. Von der Nasenspitze des ASG‘lers tropfen nicht die Regentropfen, denn 55 Minuten bei nassen 11 Grad Celsius im Freien zu warten, bringen den einen oder anderen Athleten dazu ins wärmere Wasser zu gehen, auch wenn das Einschwimmen aus Corona-Sicherheitsgründen nicht erlaubt ist. Zwei Mal wird der Start verschoben, bevor dichter Nebel und Blitze am Himmel zum Abbruch zwingen.

So ging es zu Ende. Nichts war es durch den See zu schwimmen, von Davos aus mit dem Rad den Flüelapass mit 2383 Metern zu erklimmen und die anschließende Halbmarathonstrecke in und um Davos zu bewältigen. Dennoch lässt es sich ASG-Triathlet Eugen Stolz nicht nehmen und überquert im Neopren die Ziellinie. ska

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