Hockenheim

Geburtstag Hedwig Winter hat am Sonntag Grund zum Feiern / Die Jubilarin hält sich mit Kegeln fit / Die deutsche Meisterschaft war ihr bisher größter Erfolg

Mit 80 will sie noch keine ruhige Kugel schieben

Archivartikel

Fast vier Jahrzehnte war Hedwig Winter jeden Donnerstag in der Fortunapassage anzutreffen, wo sie ihrer großen Leidenschaft, dem Kegeln frönte. Mittlerweile kegelt sie mittwochs im VfL-Clubhaus, doch an der Regelmäßigkeit, mit der sie zum Training anrittt, hat sich nichts geändert. Was insofern bemerkenswert ist, als Hedwig Winter am Sonntag, 13. September, ihren 80. Geburtstag feiert. Das ist der agilen Seniorin allerdings beileibe nicht anzusehen.

Beim Gespräch mit unserer Zeitung im Vorfeld des Jubeltags freut sie sich besonders – „endlich habe ich mal wieder 201 Holz gekegelt“, ist sie mit sich zufrieden. Und bei 50 Wurf, 25 in die Vollen, 25 beim Abräumen, wahrlich keine schlechte Leistung und ein ambitioniertes Trainingsprogramm.

Große Trophäensammlung

Winter, die noch immer in der Mannschaft kegelt, ist in ihrem Sport keine Unbekannte: Vereins-, Bezirks- und badische Titel hat sie gesammelt wie keine Zweite, vor fünf Jahren krönte sie ihr sportliches Niveau mit dem Erringen der deutschen Meisterschaft. Wer die Trophäensammlung in ihrer Wohnung sieht, der hat eine ungefährer Ahnung von der Leidenschaft, mit der sie ihrem Sport frönt.

Für ihre sportliche Zukunft hat sich Hedwig Winter noch ein Ziel gesetzt: Zwei Jahre will sie mindestens noch aktiv bleiben, dann ist sie seit einem halben Jahrhundert aktive Sportkeglerin – eine bisher kaum erreichte Leistung. Dass sie es schafft, ist für sie keine Frage, zumal sie nach Training und Dusche immer fit ist, keine Schmerzen verspürt, wie sie sagt.

Wohl auch wegen ihres zweiten Hobbys, ihrem Garten – eigentlich muss man sagen ihren Gärten – , das sie auf Trab hält. Bananenstauden und ein prächtiger Feigenbaum („ich habe schon 200 heruntergeholt und er hängt schon wieder voll“) künden bei ihr von ihrem grünen Daumen, im Schrebergarten am Kraichbach lässt sie es hingegen ruhiger angehen – nur noch ein paar Tomaten hat sie angebaut, wie sie mit Understatement feststellt. Wobei, die Gartenarbeit ist es nicht, die ihr zuviel ist, dem Einwecken, Wegschaffen und Marmelade kochen will sie aus dem Weg gehen.

Dennoch, ihre Liebe zum Backen ist ungebrochen, ob Frankfurter Kranz – „meine Spezialität“ – Dampfnudeln oder Zwetschgenkuchen, Backen ist ihr eine Leidenschaft, die sie froh ist, noch ausüben zu können: „Zum Glück kann ich noch alles machen“.

Zumal sie sich in ihrem Garten nicht nur um die Pflanzen kümmert – sechs Katzen wollten täglich um 12 Uhr gefüttert sein. In einem benachbarten Garten hausen vier Katzen, die sie ehrenamtlich füttert – die Arbeit geht der Jubilarin mit Sicherheit nicht aus.

Wenn etwas die Freude trübt, mit der Hedwig Winter ihren Ehrentag feiern wird, dann ist es die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen im Gefolge. Ihre Tochter Manu, die in Florida lebt, kommt sie regelmäßig an ihrem Geburtstag besuchen und sie weilt für drei, vier Wochen im Dezember in den Vereinigten Staaten. Daraus wird in diesem Jahr nichts – Corona macht solchen Plänen einen dicken Strich durch die Rechnung, doch bald werde man sich wieder sehen, tröstet sich Winter und freut sich auf ihr Wiegenfest.

Den zahlreichen Glückwünschen zu ihrem runden Geburtstag schließt sich die Heimatzeitung gerne an.

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