Hockenheim

Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium 50 Schüler überzeugen bei zwei ausverkauften Vorstellungen des Musicals „Ausgetickt?“ / Thema Zeit anschaulich vermittelt

Müssen Uhren tatsächlich immer spuren?

Archivartikel

Hockenheim.Die „Stunde der Uhren“ schlug am Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium: Beide Vorstellungen des Musicals „Ausgetickt?“ waren bereits im Vorfeld ausverkauft, so dass die Aula an beiden Abenden mit Zuschauern jeden Alters gefüllt war – von Kindern über Eltern bis hin zu Großeltern.

Als sich der Saal verdunkelte, ertönte ein hektisches Ticken. Jetzt erstürmten zu den Klängen des ersten Liedes von allen Seiten kleine Uhren die Bühne. Gehetzt marschierten sie in Reihen auf und formierten sich als Chor. „Ticken und Tacken, Klicken und Klacken, Gehen und Sausen, niemals Pausen…“, lautete der Klagegesang der kleinen Zeitmesser. Alle in Schwarz gekleidet und mit einem großen weißen Ziffernblatt auf der Brust, verkörperten 50 Kinder die Bewohner der fiktiven Uhrenwelt.

In dieser Welt läuft allerdings einiges schief: Alles steht unter der Kontrolle der herrischen Superuhr (Nikolaus Rothbauer), die all ihre Untertanen mit dem Wahlspruch „Uhren müssen spuren“ dazu antreibt, stets im Takt zu bleiben – ein trostloses, gehetztes Dasein.

Dem Aufziehwecker reicht’s

„Mir reicht’s endgültig“, denkt sich Aufziehwecker Bobby (Jannis Augustin), der ständig von seinem Besitzer, einem quengelnden Kind (Sanja Kautz), gegen die Wand geworfen wird. Mit seinem Bruder, Radiowecker Elvis (Emma König), macht sich Bobby aus dem Staub.

Doch die Flucht der beiden Wecker bleibt im Überwachungssystem der Superuhr nicht lange unbemerkt. Schnell ist die ganze Uhrenwelt in Aufruhr und fahndet nach den Ausreißern, die Unterschlupf bei der Sonnenuhr (Cosma Dorant) gefunden haben. Die Vertreterin des alten Uhrenvolkes stammt aus einer ruhigeren, entschleunigten Zeit – und sie kennt den einzigen Weg, die Herrschaft der Superuhr zu brechen: die Befreiung der sagenumwobenen Spieluhr (Sarah Mues).

Jedes Lied wird bejubelt

„Ausgetickt?“ ist ein erfrischendes Musical, das Kindern das komplexe Thema Zeit auf anschauliche und lustige Weise vermittelt. Die jungen Zuschauer verfolgten die Story wie gebannt und bejubelten die Darsteller nach jedem Lied. Ob es nun eine Swing-Nummer von Öli und Schrauber (Mona Wangler, Lana Barton), ein Liebesduett zwischen Taucheruhr und roter Armbanduhr (Luisa Dürk, Joline Vanlommel) oder ein glamouröses Solo von Rita Rolex (Yara Riegel) ist – alle Songs begeistern die Zuhörer. Am Ende fordern sie sogar eine Zugabe, die das Ensemble gerne gewährt.

Der Unterstufenchor und die Unterstufentheater-AG des Gauß-Gymnasiums, die dieses Projekt als Kooperation durchführten, hatten bereits zu Beginn des Schuljahres mit den Proben begonnen. Unter der musikalischen Leitung von Bernhard Sommer und der Regie von Yael Schneider und Yannik Trampert wurde jeden Dienstag fleißig geübt.

„Insgesamt sind 50 Schüler aus den Klassen 5 bis 7 an dem Projekt beteiligt“, erklärt Trampert, „in der Endphase bekamen wir zusätzliche Unterstützung von einer Band aus Schülern des Musikprofils und vom Literatur-und-Theater-Kurs, der zahlreiche Aufgaben hinter der Bühne übernahm.“ Licht und Ton wurden von der Technik-AG unter der Leitung von Sascha Birkenstock bedient, wobei ein ehemaliger Schüler, Lukas Vollendorff, eigens für das Projekt ans Tonpult zurückkehrte.

Große Detailverliebtheit

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: „Die Spielfreude der Kinder war jeden Moment zu spüren! Die Songs waren musikalisch abwechslungsreich und kindgerecht“, lobte ein Zuschauer. „Es ist fantastisch, wie viele Schüler sich für dieses Projekt begeistern und wie viel sie dabei auch für ihre Persönlichkeit mitnehmen“, fand eine andere Zuschauerin, „auch die Detailverliebtheit, mit der die Kostüme der verschiedenen Uhrentypen gestaltet waren, ist großartig.“

Begeistert zeigte sich auch Schulleiterin Anja Kaiser: „Hervorragend, spritzig – macht Lust auf mehr! Besonders die mitreißende Musik und die große Spielfreude der jungen Darsteller haben mir gefallen. Das sind die neuen Supertalente im Bereich Musiktheater am Gauß!“ bs

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