Hockenheim

Typisierung Mädchen sucht dringend Stammzellenspender

„Mund auf“ für krebskranke Ella

Nur noch wenige Tage bis zur geplanten Registrierungsaktion der DKMS (ehemals Deutsche Knochemarkspenderdatei): Anlass für den Aufruf ist die Blutkrebserkrankung der 15-jährigen Ella aus Hockenheim, die diese Diagnose bereits das zweite Mal erhalten hat. Eine Stammzellspende ist ihre einzige Überlebenschance. Bislang ist die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ allerdings erfolglos, teilt die DKMS mit.

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann helfen und sich am Samstag, 14. Juli, im Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium als potenzieller Stammzellspender bei der DKMS registrieren lassen. Auch Geldspenden werden dringend benötigt, da der gemeinnützigen Gesellschaft allein für die Registrierung eines jeden neuen Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen.

Bei der Hockenheimer Carnevalsgesellschaft (HCG) sitzt der Schock tief. Denn Ella ist als leidenschaftliche Gardetänzerin gar nicht wegzudenken. Doch an Tanzen ist im Moment gar nicht zu denken, denn die 15-jährige Schülerin benötigt dringend einen passenden Stammzellspender, um überleben zu können. Ella kann den Blutkrebs also nur besiegen, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Spende bereit ist, teilt die DKMS.

„Es ist wichtig, dass sich möglichst viele Menschen als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen. Denn nur dann können sie als Lebensretter gefunden werden“, weiß Bianca Butz. Die HCG-Elferrätin ist Mitglied der Initiativgruppe, die gemeinsam mit der DKMS die Registrierungsaktion in Hockenheim organisiert. Unter dem Motto „Gemeinsam für Ella!“ appellieren die Initiatoren an die Menschen in der Region, sich am Samstag von 13 bis 18 Uhr im Gauß-Gymnasium, Schubertstraße 5, in die DKMS aufnehmen zu lassen.

Die Registrierung geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt, damit seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung.

„Ich würde es wieder tun“

Einer, der selbst schon mal Stammzellen für einen Patienten gespendet hat, ist laut DKMS Matthias Müller. Der 32-Jährige aus Hockenheim spendete vor etwas über einem Jahr und erinnert sich noch gut daran, wie er damals zur Spende aufgerufen wurde. „Natürlich ist man erstmal überrascht und spürt direkt eine große Verantwortung“, erzählt Matthias Müller. „Aber ich wurde super betreut, so dass keine Fragen offen blieben. Wenn man einem Patienten Hoffnung schenken kann, denkt man nicht lange darüber nach. Ich würde es auf jeden Fall wieder tun.“

Eine Aussage, die sicherlich nicht nur den Menschen Mut macht, die noch nicht registriert sind, sondern auch Ella und ihrer Familie. Die Hoffnung ist groß, dass unter Millionen von registrierten Spendern der richtige dabei ist. Bisher gab es allerdings keinen Treffer. Am 14. Juli geht die Suche in Hockenheim weiter. . .

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