Hockenheim

Stadthalle SRH-Bigband spielt zum Jazz-Frühschoppen auf / Von Soul bis Swing ist alles dabei

Musikalischer Geburtstagsgruß

Auf neudeutsch würde man der SRH-Bigband auf jeden Fall zutrauen, am Sonntag beim Frühschoppen die Terrasse vor der Stadthalle zu rocken – mag auch sein, aber dann sollte man genauer sagen zu jazzen. Was dem Titel des Jazz-Frühschoppens wohl eher entspricht. Doch die Bigband nur auf den Jazz festzulegen, würde ihr auch nicht gerecht, ob Swing, Funk, Latin oder Soul – die Musiker sind in vielen musikalischen Sparten zuhause, lassen sich nicht so einfach in eine Schublade stecken.

„Unser Repertoire kommt an“, ist Bandleader Rainer Maertens überzeugt. Und der Mann weiß, wovon er spricht, er ist nicht nur der Chef der Band, er hat sie auch vor nunmehr 17 Jahren aus der Taufe gehoben. Damals noch als „musikalische Betriebsmannschaft der SRH“, wie Maertens im Gespräch mit unserer Zeitung anmerkt.

Die SRH ist ein bundesweiter Anbieter im Bereich Bildung, Rehabilitation und Gesundheitswesen, hat ihren Sitz in Heidelberg und bundesweit rund 13 000 Mitarbeiter. Aus diesem Pool heraus gründete Maertens zusammen mit musikinteressierten Mitarbeitern der SRH die Bigband.

„Sind professioneller geworden“

An dieser Struktur hat sich bis heute wenig geändert, Mitarbeiter bilden noch immer den Kern der Band, doch hinzugekommen sind semiprofessionelle Musiker, Jazzprofis und auch Musikstudenten. Dies, und regelmäßige Proben sowie Workshops, geleitet von namhaften Jazzmusikern, hat mit dazu geführt, dass die SRH-Bigband mittlerweile eine Topadresse ist.

Zahlreiche Auftritte im Inn- und Ausland, unzählige begeisterte Fans und eine vielbeachtete CD, „Good News“, künden davon, dass sich die Band mittlerweile auf einem hohen musikalischen Niveau bewegt. Und die Band kann durchaus auf Erfolge in ihrer Vita verweisen. So wurde sie beim Bigbandfestival in Ungarn zur besten Formation gewählt und erreichte im vergangenen Jahr beim bundesweiten Wettbewerb für Auswahlorchester einen zweiten Platz, versehen mit dem Prädikat „Mit sehr gutem Erfolg“.

Aktuell besteht die Bigband aus 23 Musikern, fünf Saxofone, Flöte, vier Posaunisten und Trompeter, Rhythmusgruppe, Piano, Bass, Gitarre, Drums, Sänger und Sängerin sowie dem Dirigenten, die sich jedes Jahr ein neues Repertoire erarbeiten.

Doch wie lässt sich das Repertoire beschreiben? Orchestraler Jazz, ist ein Begriff, den Maertens verwendet, gerne nimmt er auch Bezug auf einen Presseartikel, in dem die Band als „musikalischer Gemischtwarenladen“ bezeichnet wurde. Was es wohl nicht schlecht trifft, denn die Fans dürfen sich am Sonntag auf Songs von Ella Fitzgerald ebenso freuen wie auf Lieder von Ray Charles, Peter Herbolzheimer oder Count Basie.

„Keine Berührungsängste“

„Wir spielen querbeet“, betont Maertens, für den nur zwei Faktoren ausschlaggebend sind – es muss Spaß machen, Qualität haben und es soll beim Publikum ankommen. Hauptsache kein Schubladendenken, keine Berührungsängste und sich immer gewiss, es gibt nur zwei Arten von Musik – gute und schlechte. Und jazzig mal die Genres austesten – was mag schöner sein. Ob dies zutrifft, davon können sich die Zuhörer am Sonntag beim Jazzfrühschoppen, er findet von 11 bis 14 Uhr im Innenhof der Stadthalle statt, zu dem die Stadthalle, der Marketing-Verein und unsere Zeitung einladen, selbst ein Bild machen.

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