Hockenheim

Nachhaltig verunsichert

Archivartikel

Matthias Mühleisen grübelt über die Frage nach richtigem Tun

Geht es Ihnen manchmal auch so, dass es Ihnen schwerfällt, in der Umsetzung guter Absichten das richtige Maß zu finden? Nehmen wir konkret das Thema Nachhaltigkeit. Ich gebe Greta Thunberg ja absolut Recht, dass konsequentes Handeln für den Klimaschutz nicht weiter aufgeschoben werden darf – aber was heißt das nun ab sofort für jeden von uns? In moralischer und in praktischer Hinsicht?

Die plumpen Erkenntnisse hat man sofort: Nicht jede Besorgung mit dem Auto erledigen, nicht ständig per Billigflieger auf Wochenendtrips gehen – darüber gibt’s keinen Disput. Vertrackt wird es dann, wenn die Informationsfülle so groß wird, dass praktisch an allem etwas verwerflich erscheint, so dass es fast unmöglich wird, sich richtig oder klimagerecht oder fair zu verhandeln.

Wenn die Recherche darüber, was noch statthaft ist und was schon verwerflich, so lange dauert, dass die Lust aufs Ereignis sinkt oder man es schlichtweg verpasst, läuft etwas schief, oder? Am Ende bleibt es oft der eigenen Intuition überlassen, wo die Grenzen zu ziehen sind – und all die vielen Informationen waren für die Katz’.

Prekär wird das Thema, wenn sich der Gewissenskonflikt ums Essen dreht. Denn dann droht bei anhaltender Entscheidungsunfähigkeit massiv schlechte Laune. Und in so einer Situation könnten sämtliche guten Vorsätze über Bord gehen – darum besser nicht ganz so verbissen grübeln.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional