Hockenheim

Südstadtkindergarten Exkursionen in Moschee, Tempel und Kirche verraten viel über verschiedene Glaubensrichtungen / Abschließende Präsentation festigt das Wissen

Nachwuchs lernt Weltreligionen kennen

Archivartikel

Ein Großteil der Kinder des Südstadtkindergartens hat einen Migrationshintergrund. Deshalb sind auch die Glaubensrichtungen der Jungen und Mädchen vielfältig. Ihre Erzieherinnen haben aus diesem Grund ein mehrwöchiges Religionsprojekt durchgeführt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Projekt sollte den Kindern helfen zu erfahren, welcher Religion ihre Freunde angehören. Bestandteil der Religionswochen waren mehrere Treffen im Südstadtkindergarten, bei denen die Kinder auf die Besuche der verschiedenen Gotteshäuser vorbereitet wurden.

Zuerst besuchten die Erzieherinnen mit den Jungen und Mädchen die Moschee. Ilkes Karaman begrüßte sie dort und konnte den Kindern viel zeigen. Er erklärte den Besuchern die verschiedenen Rituale des Islams und übersetzte auch die Fragen der Kinder für den Imam Mustafa Özcerah.

Mönch beantwortet Fragen

Beim Besuch des Tempels half Lina Schmidt dabei, die vielen Fragen der Kinder in laotischer Sprache zu formulieren. Der Mönch Ajahn Outhai Dhammiko stand auf diesem Weg den Kindern Rede und Antwort. Die waren interessiert und wollten vieles wissen, beispielsweise warum der Mönch keine Haare hat, ob alle seine Kleider orange sind und ob alle Buddhas auf dem Altar aus echtem Gold sind.

Danach besuchten die Kinder die katholische Kirche. Thorsten Gut erzählte ihnen dort unter anderem die Geschichte vom heiligen Georg, der der Namensgeber der Kirche ist. Dafür brachte er ein Holzbild mit, bei dem die Kinder mit geschlossenen Augen den Drachen und den Ritter Georg erfühlen konnten. Um danach in der Kirche alles genau zu erkennen und zu erforschen, bekam jedes Kind ein Fernglas von ihm. Die Kinder entdeckten dabei vieles.

Auch den Gedenkstein und die Stolpersteine in Erinnerung an das jüdische Leben in Hockenheim haben die Projektteilnehmer aus dem Südstadtkindergarten angesehen. Dabei erfuhren sie kindgerecht deren Bedeutung und geschichtliches Wissen über die Zerstörung der Synagoge. Sie interessierten sich dafür, wo die Synagoge in Hockenheim stand und wie diese aussah. Mit Hilfe von Bildern konnten ihre Fragen beantwortet werden. Der Platz der ehemaligen Synagoge war der Ort, wo heute das Rathaus steht.

Als Abschluss des Projektes wurden den Kindern viele Bilder der verschiedenen Besuche gezeigt. Alle Erzieherinnen, die dieses Projekt begleitet hatten, waren erstaunt und begeistert, mit wie viel Eifer und Wissen sich die Kinder an die einzelnen Aktivitäten erinnern und darüber berichten konnten, so die Pressemitteilung abschließend. Viele Kinder hätten strahlend gesagt: „Das hat mir Spaß gemacht.“ Und genauso empfanden es auch die Erzieherinnen des Südstadtkindergartens. zg

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